TOLKEMIT

Die Kleine Stadt am Frischen Haff

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Tolkemiter Nachrichten

Chronik

1296 Gründung durch den Deutschen Orden nach Kulmer Recht durch den Komtur Ludwig von Schippe an der Stelle einer alten Prußen-Siedlung.
1351 Die Handfeste nach kulmischen Recht wird erneuert und regelt die Grenzen und Befugnisse. Verleihung der Fischereigerechtigkeit 1359.
1376 Der Bischof des Ermlandes Heinrich Soerbaum weiht am 26. Oktober die neue Katholische Pfarrkirche in Stein (frühere Kirche ab 1344 in Holz) dem siegreichen Kreuz und zu Ehren der Jungfrau Maria und dem Apostel Jakobus.
1440 Beitritt zum Preußischen Bund.
1444 Der Hochmeister des Deutschen Ordens stellt der Stadt eine neue und erweiterte Handfeste aus.
1450 Die Stadt beklagt ungerechte Abgaben, aber der Rat, Schöffen und die ganze Gemeinde huldigen dem Hochmeister Ludwig von Ehrlichhausen (1450 - 1467). Krieg zwischen dem Orden und Polen. 13-jähriger Städtekrieg (1454 - 1466). Stürmung und Zerstörung der kleinen Ordensburg auf dem Amtsberge.
1525 Einführung der Reformation im Ordensland. Unter dem Schutz der Ordenstruppen wurde in der Tolkemiter Pfarrkirche durch den ehemaligen Mönch Bommler, einem Sohn des Bürgermeisters von Tolkemit, evangelisch-lutherischer Gottesdienst abgehalten. Tolkemit blieb aber beim Ermland und damit katholisch.
1550 Stadt einschließlich der Kirche und Rathaus brennen ab. Alle Stadtbriefe und Privilegien gehen verloren, werden aber durch Abschriften des Domkapitels in Frauenburg ersetzt. Die Menschen in der Stadt verarmten.
1569 Tolkemit muß vom Domkapitel an die königlich-polnische Verwaltung zurückgegeben weren. Bis 1724 verwaltet die Adelsfamilie Dzialynski die Starostei.
1626 Im schwedisch-polnischen Krieg (1626 - 1635) war Tolkemit mehrere Jahre von Schweden besetzt. Zeitweise drangen auch Polen in die Stadt ein. Die Stadt brannte 1634 erneut ab. Kirche und Rathaus wurden neu errichtet.
1655 Auch im zweiten schwedich-polnischen Krieg (1655 - 1660) leidet die Stadt unter der Besatzung. Die Stadt ist durch ständige Ausbeutung völlig heruntergekommen.
1694 Erneut brennt die Stadt nieder. Nur die Vorstädte und einzelne Häuser bleiben stehen. Im Herbst 1695 ist die Stadt wieder vollständig aufgebaut.
1700 Der dritte schwedisch-polnische Krieg (1700 - 1721), auch nordischer Krieg genannt, brachte erneut Drangsale durch die Schweden.

1710 Zum ersten Mal wütet die Pest in der Stadt. Die Hälfte der Bevölkerung erlag der Seuche. Die Pestleichen wurden außerhalb der Stadt begraben. Das sogenannte Pestkreuz an der Neukirch-Höher-Allee, welches 1894 erneuert wurde, bezeichnet diese Begräbnisstätte.
1720 Errichtung eines Brauhauses auf dem Markt. Es wurde durch den Brand 1767 ebenso wie die Kirche und das Rathaus vernichtet, aber wieder aufgebaut. Der letzte Starost aus der Familie Dzialynski begann 1720 mit dem Bau eines neuen Starostenschlosses. Es wurde später von der Bevölkerung abgerissen.
1772 Nach der ersten polnischen Teilung kommt die Stadt an das Königreich Preußen. Die Menschen lebten in dieser Zeit vom Ackerbau und der Fischerei. Die Starostei wird in ein königliches Domänenamt umgewandelt. Zu Tolkemit gehören die Vorwerke Kickelhof, Rückenau und die Dörfer Neukirch-Höhe, Conradswalde, Hütte, Haselau Maibaum und Klakendor.
1793 Große Feuerspritze wird angeschafft. 1785 wird die neue Schule in Backsteinfachwerk erbaut. Das neue Rathaus am Markt wird gebaut.
1807 Französische Soldaten in der Stadt. 1812/1813 Durchzug von Franzosen und Russen. In dieser Zeit wird Tolkemit durch die Seuchen Typhus, Ruhr und Pest heimgesucht.
1818 Tolkemit wird dem neu gebildeten Landkreis Elbing im Regierungsbezirk Danzig in der Provinz Westpreußen zugeordnet.
1832 Erste Aphoteke. 1831 und 1848 brach die Cholera aus. Es starben viele Menschen. Weitere Cholera-Epidemien 1855/1857/1866/1894.
1851 Erster Stadtarzt. 1855 große Überschwemmung vom Haff aus. Handwerke wie Töpferei und Böttcherei werden in großem Umfang betrieben. Kaviarbereitung und Fischräuchereien, Leinwandweberei, Kalkbrenereien und Ziegeleien sowie Bierbrauereien sind vorhanden. Zudem eine Wasser- und eine Roßmühle.
1861 Die evangelische Gemeinde untersteht Frauenburg. Sie erhält 1867 eine Kirche an der Stelle des früheren Fischertores mit Namen "Zum Kripplein Jesus".
1862 Mit dem Bau eines Hafens wird begonnen, der 1863 noch erweitert wird. Das hat einen großen Aufschwung der Frachtschiffahrt mit den sogenannten "Tolkemiter Lommen", die auf den ortsansässigen Werften gebaut wurden, zur Folge.
1873 Die Chaussee Tolkemit-Cadinen wird gebaut, 1862 die nach Neukirch-Höhe.
1883 Große Überschwemmung durch den Ausbruch des Knaggenteiches in Dünhofen.
1901 Eisenbahnanschluß durch die Haffuferbahn. Die Katholische Kirche wird zur Kreuzform mit großem Kostenaufwand erweitert. Bau eines Krankenhauses.
1920 Der verlorene Erste Weltkrieg führt in Tolkemit zu einer schweren wirtschaftlichen und kulturellen Krise. Langsame Erholung. Erneuter Niedergang durch die Welt-Wirtschaftskrise. Große Arbeitslosigkeit und Armut. Ab 1933 Stabilisierung und Nachlassen der Arbeitslosigkeit.
1935 Anlage des Kalinowski-Parks am Hafen. 1936 Gründung einer Keramikwerkstätte. Späterer Name "Tolkemiter Erde". Bau der Freilichtbühne und Aufführungen in den Jahren 1936 - 1939. Siedlungsbau Neukirchhöher Straße, Grenzbach-Siedlung, Neuer Weg, Sudeten- und Memeler Straße.

1939 Beginn der Baumaßnahmen für die zentrale Wasserversorgung mit vorläufigen Abschluß. Bauarbeiten für eine Marmeladenfabrik am Hafen. Vorläufige Produktionsaufnahme mit Lokschuppen. 1940 Fertigstellung der Fabrik.
1945 Ende Januar/Anfang Februar dringen sowjetische Truppen von der Höhe her in die Stadt ein. Durch Kampfhandllungen und willkürliche Brandschatzungen werden das Rathaus und mehre Gebäude im Zentrum zerstört. Die Bevölkerung muß viel Leid ertragen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung flieht über das Haff. Die verbliebenen etwa 1000 Menschen werden in den Jahren 1945, 1946 und 1947 aus der Stadt vertrieben. Tolkemit ist mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verlorengegangen. Dlie 650-jährige Geschichte der Stadt ging durch ein Diktat der Siegermächte auf das heute polnische Tolkmicko über.

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