TOLKEMIT

Die Kleine Stadt am Frischen Haff

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Tolkemit Damals


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Lage - Kirchliches Leben - Gesellschaft und Kultur - Stadtbild/Menschen - Soziales/Gesundheit
Städtische Einrichtungen - Schulwesen - Schiffahrt - Fischereiwesen -

Landwirtschaft - Handwerk - Handel und Gewerbe - Allerlei-Geschichten

Tolkemit Damals - Lage
- regionale und geschichtliche Zusammenhänge -

Wo liegt Tolkemit - in Westpreußen, in Ostpreußen?
Tolkemit liegt direkt am Frischen Haff in der Mitte zwischen Danzig und Königsberg - enger gefaßt . zwischen Elbing und Frauenburg.
Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Tolkemit zum westpreußischen Landkreis Elbing.
Als Folge des Ersten Weltkrieges - wir erinnern uns - wurde das Preußenland 1920 nach dem Resultat des Versailler Vertrages geteilt. Ohne Befragen der Bevölkerung wurde der größte Teil Westpreußens (Weichselkorridor) dem polnischen Staat zugesprochen. Die Hauptstadt der Provinz Westpreußen - Danzig - wird Freie Stadt.
Die vier östlichen Kreise Marienburg, Stuhm, Rosenberg und Marienwerder dürfen über ihre staatliche Zugehörigkeit unter internationaler Aufsicht abstimmen und entscheiden sich mit 92,3 %
für ihr Verbleiben im Verbande des Deutschen Reiches.
Die beiden westpreußischen Kreise Elbing-Stadt und Elbing-Land werden ohne Abstimmung als deutsch anerkannt. Die im Deutschen Reich verbliebenen Gebiete werden der Provinz Ostpreußen zugeordnet, so auch der Landkreis Elbing und damit auch Tolkemit. Ostpreußen ist nun durch den Polen zugesprochenen Weichselkorridor vom Deutschen Reich abgeschnitten.
Sind die Tolkemiter nun Westpreußen oder Ostpreußen?



Ostpreußen nach 1920

Landkreis Elbing 1920

Ostseeküste von Königsberg bis Kiel


Wenn wir in Tolkemit starten, erreichen wir zunächst Danzig. Auf der weiteren Fahrt zu unserem Ziel Kiel fahren wir durch die an der Ostsee liegenden Provinzen/Länder Hinterpommern - Vorpommern - Mecklenburg und Schleswig-Holstein. Nach einer Fahrtstrecke von 871 km erreichen wir Kiel.

Enternungen:
Tolkemit - Danzig = 96 km
- Stettin = 290 km
- Rostock = 624 km
- Hamburg = 806 km
- Kiel = 871 km


Aus der Übersicht wird deutlich, daß Tolkemit an der Küste liegt und es daher nachvollziehbar ist, wenn sich in den Jahrhunderten in und um Tolkemit und auch in Elbing sowie im Danzigiger Raum Menschen aus den küstennahen Gebieten angesiedelt und Einfluß genommen haben. Es wird berichtet, daß bereits um 1300 aus dem damaligen Deutschen Reich - Ritter, Priester, Kaufleute, Handwerker und Bauern aus Westfalen, dem Rheinland, Hessen und Lübeck sowie aus den Niederlanden als Siedler kamen. Auch in den Folgejahren haben sich immer wieder Menschen aus allen Landesteilen des Deutschen Reiches im Raum Tolkemit angesiedelt. Aus dem Zusammenwachsen der Siedler mit den Einheimischen, die aus dem Ursprung der Wikinger, Germanen, Goten, Pruzzen kamen und schließlich Preußen wurden, ist der echte Tolkemiter geworden, der die Stadt geprägt und sie mit Fleiß und Durchsetzungsvermögen durch alle Zeiten geführt hat. Auf den Folgeseiten wird darüber noch viel zu berichten sein.

Die Entfernungsangaben spiegeln wider, daß Tolkemit, West- und Ostpreußen recht nahe liegen, in den Köpfen, in den Gedanken vieler Menschen eher weit entfernt.
Über die völkerrechtswidrige Vertreibung nach dem Kriegsende 1945 und das Leid und Elend der 12 Millionen betroffenen Menschen im Osten Deutschlands zu reden und zu berichten, wurde bis in jüngster Zeit in der Öffentlichkeit und in den Medien leider verdrängt; selbst bei den Politikern herrschte leider tiefes Schweigen. Erst jetzt beginnt allmählich ein Prozeß der Aufklärung und Aufarbeitung

Die Entfernung von der jetzt deutsch-polnischen Grenze nach Tolkemit beträgt gerade einmal 300 km, eine Strecke, die man für die Fahrt in ein verlängertes Wochenende geeignet ist, z.B. von einem Zwischenaufenthalt auf der Insel Usedom. Ein Anlaß, mal nach Tolkemit und in die schöne Umgebung zu fahren.
Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite

Ausflugsziele/Sehenswürdigkeiten

Zugehörigkeit zum Landkreis Elbing:
Der Ursprung des Landkreises Elbing liegt in der Ordenszeit. Die von den Ordensrittern um 1300 gegründete Komturei Elbing - gegründet wurde die Stadt Elbing bereits 1237 - umfaßte ungefähr das Giebiet der Stadt sowie des jetzigen Landkreises Elbing. Der erste Komtur von Elbing war der Ordensritter Ludwig von Schippe, der im Jahre 1296 an der Stelle einer alten Prußen-Siedlung die Stadt Tolkemit gründete. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Giebiet um Elbing und Tolkemit von Kriegen mit Plünderungen und Brandschatzungen heimgesucht.
Nach der 1. Teilung Polens im Jahre 1772 wurde unser Gebiet dem Königreich Preußen zugeordnet.
Im Zuge einer "Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden" wurden auch die Landkreise neu geordnet. In der Anordnung des Staatskanzlers v. Hardenberg im Jahre 1815 an eine Organisationskommission hieß es:

"Die Kreise sollen so gebildet werden, daß niemand weiter als zwei bis drei Meilen zum Sitz der Kreisbehörde habe, sie sollten eine Bevölkerung von nicht über 36.000 und nicht unter 20.000 Menschen umfassen. . . . Zum Elbinger Kreise gehören die Städte Elbing und Tolkemit, von welchen die erste die Kreisstadt ist, die vereinigten Intendanturämter Elbing oder das sogenannte vormalige Elbinger Territorium sowie Tolkemit und die adligen Güter Cadinen und Rehberg. Auf einer Fläche von 10 1/3 Quadratmeilen leben hier 33.500 Einwohner. Der vormalige Stadtpräsident, jetzige Oberbürgermeister, Herr Bax, ist als Landrat dieses Kreises bestätigt."
Anmerkung:
Die vorgenannte Neuordnung wurde vor nunmehr rd. 200 Jahren vorgenommen. Sie beinhaltete auch im Rahmen einer neuen Städteordnung die sogenannte Magistratsverfassung, eine moderne Verwaltung, eine überschaubare Größenordnung wowie die Zumutbarkeit für das Erreichen der Behörden für die Bevölkerung. Dies sind Merkmale, die noch heute gelten. Preußen war seiner Zeit wohl weit voraus. Anzumerken ist noch, daß die Stadt Elbing im Jahre 1883 aus dem Landkreis ausschied und einen selbständigen Stadtkreis bildete, jedoch weiterhin die Kreisstadt für den Landkreis blieb.





Größe und Bevölkerungszahlen:
Der Landkreis Elbing umfaßte bis zum Jahre 1920 96 Ortschaften mit 36.000 Einwohnern und
82.800 ha Fläche. Infolge der zwangsweisen Abtretung von Kreisteilen und weiteren Veränderungen nach dem 1. Weltkrieg bestand der Landkreis Elbing nur noch aus 70 Ortschaften mit rd. 28.000 Einwohnern und 68.000 ha Fläche, davon 22.130 ha Wasserfläche, die auf den Drausensee und das Frische Haff entfielen.
Die Bevölkerung verteilte sich nach dem Stand von 1943 auf:

1 Stadt = Tolkemit mit 4.000 Einwohnern
67 Landgemeinden mit rd. 22.300 Einwohnern
2 bewohnte fiskalische Gutsbezirke mit rd. 1.700 Einwohnern

insgesamt 70 Ortschaften mit rd. 28.000 Einwohnern.

Verkehrslage:
Zu allen Zeiten waren und sind gute Verkehrsverbindungen eine grundlegende Voraussetzung für die Ansiedlung von Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe. Daraus erwächst die erforderliche Wirtschafts- und Finanzkraft für den Aufbau einer Infrastruktur, die Voraussetzung für Zufriedenheit und Wohlstand der Bevölkerung ist.
Die Verantwortlichen in Tolkemit erkannten dies frühzeitig, so daß es dann beginnend im Jahre 1862 mit Hilfe der Bezirksregierung in Danzig und des Landkreises Elbing möglich war, die Voraussetzungen für gute Verkehrswege auf dem Wasser, den Straßen und der Schiene zu schaffen.

1862 Bau eines Hafens,
der bis 1883 erweitert und fertiggestellt wird. Hierdurch erlebt die Frachtschiffahrt mit den Tolkemiter Lommen und Schonern einen erheblichen Aufschwung. In der Blütezeit waren im Tolkemiter Hafen mehr als 120 Schiffe beheimatet. Tolkemit hatte zu dieser Zeit den größten Hafen für Frachtsegelschiffe Europas. Die Lommen, die auch für den Einsatz auf dem Kurischen Haff gebaut wurden, galten als Schnellsegler. Ziele der Frachtschiffahrt waren die am Frischen Haff gelegenen Häfen, Königsberg und darüber hinaus Häfen im Ostseeraum, wie Danzig, bis hin nach Bornholm. Eine Königsberger Reederei hatte nach 1920 eine größere Anzahl Tolkemiter Lommen im Einsatz, die die kleinen Ostseehäfen wie Stolpmünde, Kolberg, Rostock, Wismar und Stettin anliefen.

1873 Bau der Chaussee Elbing - Tolkemit

1882/84 Bau der Chaussee Tolkemit - Neukirch-Höhe

1899 Eisenbahnanschluß durch die Haffuferbahn

Die gute Verkehrslage begünstigte auch den Fremdenverkehr. Die schöne Landschaft in und um Tolkemit mit seiner Gastromonie und später einer Jugendherberge, die Schiffsverbindung zum Ostseebad Kahlberg und im Winter das Eissegeln auf dem zugefrorenen Frischen Haff lockte viele Feriengäste und Urlauber an.

Um den zunehmenden PKW- und LKW-Verkehr aus dem Stadtzentrum herauszuhalten, wurden Umgehungsstraßen gebaut. Am Ortseingang von Cadinen kommend verlief in Höhe des Wasserwerkes und Beginn der Elbinger Straße eine Umgehungsstraße in Richtung Norden und wurde dann an den Bahngleisen entlang Richtung Frauenburg geführt. Leider konnte diese Straße bis Kriegsende nur etwa bis zur Höhe der Jugendherberge fertiggestellt werden.
Die zweite Umgehungsstraße zweigte ebenfalls in Höhe des Wasserwerkes ab und umging den Stadtkern in östlicher Richtung und mündete in die Neukirchhöher Straße.

Stadtplan Tolkemit

Erläuterungen zum Stadtplan:

1 Rathaus
2 Kath. Kirche
3 Ev. Kirche
4 Bahnhof
5 Post
6 Feuerwehr
7 Kreissparkasse
8 Krankenhaus
9 Sportplatz

10 Jugendherberge
11 Schule
12 Parkhaus
13 Zollamt
14 Marmeladenfabrik
15 Bootswerft Modersitzki
16 Bootswerf Lingner
17 Amtsberg
18 Mühle

19 - Töpferei
20 - Turm
21 - Kriegerdenkmal
22 - Hafenkrug
23 - Wasserwerk
24 - Kindergarten
26 - Erlenwäldchen
27 - Friedhof

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