TOLKEMIT

Die Kleine Stadt am Frischen Haff

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Tolkemit Damals


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Tolkemit Damals - Stadtbild/Menschen

Das Stadtbild Tolkemits

Entstehung - historische Entwicklung:
Die ersten Befestigungen der Stadt Tolkemit bestanden aus Palisaden. Durch Veranlassung des Deutschen Ordens wurde im 14. Jahrhundert die Sicherung der Stadt durch feste Mauern von 5 - 6 Meter Höhe und 3 Meter Stärke mit fünf Toren ersetzt.
Im Verlaufe der Geschichte wird immer wieder von einer armseligen Stadt mit Gebäuden in schlechtem Zustand berichtet. Mehrere Brände in der Folgezeit taten ihr übriges. Der letzte größere Brand im Jahre 1767 vernichtete die gesamte Stadt.

Man kann davon ausgehen, daß Tolkemit nach 1767 in seinem Kerngebiet völlig neu entstand. Beim Wiederaufbau wurden nun Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ergriffen. So erhielten die Häuser als Dachbelag Tonziegel. Die Scheunen der Bauern wurden aus der Stadt heraus zur Frauenburger- und Neukirch-Höher-Straße verlegt. Große Teile der Stadtmauern wurden abgetragen. Übrig blieben nur der Turm in der Nähe der Frauenburger Straße und Reste an der späteren Mauerstraße. Das Stadtbild war nun geprägt durch Vortreppen-Giebelhäuser.
Dieses Stadtbild blieb in den Grundzügen bis zum bitteren Ende des deutschen Tolkemits im Jahre 1945 erhalten.

Leider wurden die Häuser nach 1945 nicht mehr im erforderlichen Maße instand gehalten, so daß einige aberissen werden mußten. Erst seit einigen Jahren, nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft, werden wieder Häuser nach den alten Vorlagen gebaut. Es bleibt zu hoffen, daß in den kommenden Jahren durch städteplanerische Maßnahmen wieder ein geschlossenes und in sich schlüssiges Stadtbild entstehen wird.

Stadtbild - Straßenzüge in Bildern:

Giebelhäuser-Formen im neuen Stadtbild nach 1767 (Zeichnungen von Gerhard Salemke

Straßenzüge im geschlossenen Stadtbild von Tolkemit bis 1945:

Marktplatz und Rathaus um 1910

Marktplatz, Rathaus, Deutsches Haus und Kirche 1936

Teilansicht 1936

Elbinger Straße 1931

Herrenstraße 1936

Hafenstraße 1937

Frauenburger Straße 1908

Elbinger Straße 1908

Accisenstraße 1910

Postkarte Giebel- und Vortreppenhäuser Turmstraße 1938

Machandelsteig

Frauenburger Straße 1939

Kirchenstraße (links der Kirche) 1910

Menschen - Tolkemit Damals
Rückblick:
Im geschichtlichen Rückblick ist festzustellen, daß es in Tolkemit viele Familien gab, die schon seit Jahrhunderten dort ansässig waren. Es bestanden zwischen den Tolkemiter Familien sehr enge familiäre Verbindungen. So wohnten oft drei bis vier Generationen unter einem Dach. Bis auf Zuzüge in den letzten Jahrzehnten, waren fast alle miteinander verwandt. Nachrichten gingen schnell von Mund zu Mund. Besonders die Wasserpumpen waren die Stellen, wo alle Meldungen ausgetauscht wurden. Deshalb dauerte das Wasserholen in Tolkemit immer sehr lange. Selbst amtliche Nachrichten wurden noch bis etwa 1936 an verschiedenen Stellen in der Stadt ausgerufen. Das geschah nach vorherigem läuten mit einer Handglocke durch den Amtsdiener.
Das Leben in der Stadt war beschaulich. Bis die Chausseen nach Elbing und Neukirch-Höhe gebaut wurden, und bis 1901 die Haffuferbahn eröffnet wurde, waren alle Verbindungen nur mit Pferd und Wagen oder zu Fuß möglich. Erst die Eisenbahn und der Bus brachten die Verbindungen zu den großen Städten im Land. Es begann in allen Belangen ein neues Zeitalter.
Die Tolkemiter waren mit der Landschaft am Haff und ihrer Stadt fest verbunden.

Nach der letzten Volkszählung im Jahre 1939 zählte Tolkemit 3875 Einwohner. Diese Zahl stieg noch weiter an, so daß zuletzt mit 700 schulpflichtigen Kindern rd 4000 Menschen in der Stadt wohnten. Im Vergleich zur Größe anderer Städte war Tolkemit die kinderreichste Stadt in Ost- und Westpreußen.

Die Tolkemiter waren ein "fleißiges Völkchen". Im Jahre 1939 gab es in Tolkemit 758 Selbständige, 191 mithelfende Familienangehörige, 190 Beamte und Angestellte sowie 2305 Arbeiter, wobei jede der genannten Gruppen mit Angehörigen zu verstehen ist.

Was ist ein Tolkemiter? - ein amüsanter Beitrag von Leo Lindner, entnommen aus seinem Buch "Tolkemit - Geschichte und Geschichten":

"Fast alles in der Welt kann man einordnen, bezeichnen und auch beschreiben. Eines war aber trotz vieler bisher unternommener Versuche noch nicht möglich, nämlich einen Tolkemiter nach einer der bekannten Methoden zu beurteilen und einzustufen. Hier nun ein Versuch.
In welche der vielen Einordnungsschubladen könnten die Tolkemiter hineingehören? Was sind das für außergewöhnliche Menschen? Starten wir also einen Versuch, um die klare Identität eines Tolkemiters festzustellen. Hier sind nun die Fakten:
- Sind sie nun Ostpreußen oder Westpreußen? Oder beides?

- Sie sind auf keinen Fall Ermländer, als die sie fälschlicherweise bezeichnet werden.
- Sind sie vielleicht die letzten der heidnischen Prußen. Diese Fragen allein zu klären genügt jedoch noch nicht. Tolkemiter sind schon etwas "Einmaliges", nicht so etwas Allgemeines oder ganz Normales. Was heißt das nun?
- Sie haben ihre eigene Sprache, die überhaupt nicht mit anderen Sprachen oder Dialekten zu vergleichen ist.
- Sie sind weitgereist und weltoffen, dank der Schiffer und Seeleute unter ihnen, die viel in der Welt herumkamen.
- Sie sind gute Arbeiter, sind zäh, scheuen keine Mühen und sind trinkfest.
- Sie sind äußerst fromm und von guter Natur. Sie gelten als große Fischesser, nicht nur weil es sich früher um eine billiges, sondern auch weil es sich um ein gesundes Nahrungsmittel handelt.
- Sie sind gerissen und gerieben, verstehen sich aufs Organisieren und sind wahre Meister im Überleben, da sie von Kindheit an in eine harte Lebensschule gegangen sind.
- Sie sind auch streitsüchtig, lästermäulig und nehmen leicht übel, sind glupsch, was zu Sprachunterlassungen (Exerzitien) bis zu mehreren Jahren führen kann.
- Sie sprechen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, immer geradezu, ohne Wortschmückerei. Sie haben sozusagen das Herz auf dem richtigen Fleck.

Nach dem Lesen dieser Beschreibungen sollte man glauben, dieses sind doch alles bekannte, gar sehr allgemeine Eigenschaften. Aber weit gefehlt. Bei Tolkemitern ist alles ganz anders! Ewas, was aus den Erklärungen überhaupt nicht deutlich wird! Was ist nun das Fazit dieser Untersuchung? Es ist festzustellen: Tolkemiter sind eben Tolkemiter und nichts anderes!"

Menschen - Tolkemit Damals - Eindrücke in Bildern:

Ehrung Tolkemiter Mütter bei Lemke

Der erste VW - Vorstellung 1938 Marktplatz

Familie Lemke (Saal) Am Amtsberg

Fam. Josef Gehrmann (Bäckermeister)

Fam. Funk/Bendrin - Kommunion Paul B.

Familie Albrecht (Mehl) Herrenstraße

Hochzeit Agnes (geb.Dobczinski) u. Otto Schulz 1934?

Silberhochzeit Döben (Dobczinski)
Schuhwarengeschäft/Schuhmacherei

Dobczinski - Schuhwarengeschäft um 1900

Hochzeit Hermann u. Maria Koschke

Bruno Ehm Leo Liedtke

Mädchen Jahrgang 1926/1927

Tolkemiter Handelsschülerinnen

Adalbert Lingner (Schiffer) mit Mutter u. Schwestern links außen Adalbert Lingner - Ort u. Zeitpunkt?

Angestellte Fa. Engelken (Marmeladenfabrik) Frau Dossow u. Angest. (Haffkrug) am Bahnhof

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