TOLKEMIT

Die Kleine Stadt am Frischen Haff

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Tolkemit Damals


Untertitel

Lage - Kirchliches Leben - Gesellschaft und Kultur - Stadtbild/Menschen - Soziales/Gesundheit
Städtische Einrichtungen - Schulwesen - Schiffahrt - Fischereiwesen

Landwirtschaft - Handwerk - Handel und Gewerbe - Allerlei-Geschichten

Tolkemit Damals - Städtische Einrichtungen

Diese Seite soll darüber Aufschluß geben, welche Bedeutung Tolkemit für deren Einwohner und darüber hinaus hatte. Zur Verdeutlichung wird daher die Entwicklung der Infrastruktur, schließlich nach dem Stand am bitteren Ende des "deutschen Tolkemit" im Januar 1945, dargestellt und bewertet.

Dazu gehören nicht nur Einrichtungen, die von der Stadt selbst getragen wurden, sondern auch solche anderer Träger, die für die Stadt von Bedeutung waren. Dazu gehören Einrichtungen für das Leben in der Stadt, die Ansiedlung von Industrie, Handwerkk, Handel und Gewerbe, die eine wesentliche Voraussetzung für die Zufriedenheit und den Wohlstand der Menschen in der Stadt sind.
Komplexe Bereiche werden auf besonderen Seiten beschrieben - siehe

Tolkemit Damals - Untertitel

Vorgeschichte
Die Vorgeschichte beginnen wir mit der Entwicklung nach dem Jahr 1772, dem Jahr, als unser Gebiet dem Königreich Preußen zugeordnet wurde. Auf der Grundlage der Preußischen Verfassung und einer neuen Städteordnung wurde auch in Tolkemit die Selbstverwaltung aufgebaut, die eine wesentliche Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit war. Nähere Ausführungen zur Vorgeschichte sind unter

Tolkemit Damals - Lage - regionale und geschichtliche Zusammenhänge

zu finden.

Die Stadtverwaltung
Der Sitz der Stadtverwaltung war im Rathaus, das sich mit seinem Marktplatz im Zentrum der Stadt befand (siehe
Stadtbild/Menschen). Nach preußischen Recht galt die sog. Magistratsverfassung, wie sie heute noch in einigen Bundesländern, so z.B. in Hessen, besteht. Oberstes Organ war die Stadtverordnetenversammlung. Das ausführende Organ war der Magistrat mit dem Bürgermeister an der Spitze.

Dem Einwohnerverzeichnis und Nachschlagebuch der Stadt Elbing - Elbinger Landkreis aus dem Jahre 1927/28 ist unter 1. Stadt Tolkemit folgendes zu entnehmen:

Magistrat:
Magistrat und Polizeiverwaltung - Amtsstunden gewöhnlich vorm. 8 - 12, nachm. 2-6

Magistratsmitglieder:
Bürgermeister Dr. Steffen, besoldet
Beigeordnet Lehrer Dobzinski, unbesoldet
Ratmann Gärtnereibesitzer Wilhelm, unbesoldet
Ratmann Ackerbürger Adalbert Schulz, unbesoldet
Stadtverordneten-Versammlung:
Ziegeleibesitzer Hermann Fritsch, Stadtverordnetenvorsteher,
Lehrer Ferdinand Dobczinski, Stadtverordneten-Stellvertr.
Gastwirt Gustav Pillukat, Schriftführer
Mitglieder: Die Arbeiter Franz Runau, Johann Kud, Johann Stresau, Andreas Hoffmann, Schiffseigner
Paul Czujak, Ackerbürger Franz Eichholz, Schmiedemeister Bernhard Beuth, Arbeiter Franz Laws II.
Dienststellen des Magistrats:
Magistratbürovorsteher: Stadtsekretär Zander
Standesamt:
Standesbeamter Bürgermeister Dr. Steffen, 1. Stellvertr. Stadtsekr. Zander, 2. Stellv. Rendant Schröder
Wohnungsamt:
Vorsitzender Bürgermeister Dr. Steffen, Mieteinigungsamt: Vorsitz. Landgerichtsdirektor i.R. Geheimer Justizrat Wilhelm (Elbing)
Kämmereikasse mit Kreissparkasse:
Nebenstelle , Forsthilfskasse u. Meldestelle der Landkrankenkasse: Rendandt Schröder
Polizeiverwaltung:
Polizeiverwalter Bürgermeister Dr. Steffen
Feuermeldestellen:
Markt 115 und Accisenstr. 65 (Freiwillige Feuerwehr), Postamt, Bahnhof der Haffuferbahn, Zollamt, Fischmeisteramt, Landjägerstation, Kath. Pfarramt, Landwirtschaftliche An- und Verkaufsgenossenschaft Frauenburg, Filiale Tolkemit, Tolkemiter Darlehnskassenverein gGmbH

Es folgt dann das Einwohnerverzeichnis, gegliedert nach Straßen, das aus Platzgründen hier nicht gezeigt werden kann. Das vollständige Einwohnerverzeichnis aus dem Jahre 1934 mit Werbeanzeigen finden Sie mit mehreren Folgeseiten auf der Internetseite

Einwohnerverzeichnis 1934

Von den Bürgermeistern Gering, Wippich, Dr. Steffen, Kalinowsky, Schlie und Biegel, die zwischen 1874 und 1945 in Tolkemit im Amt waren, ist besonders Bürgermeister Schlie zu erwähnen, der die Geschicke Tolkemits von 1937 - 1939 lenkte.
Anfang 1937 trat Bernhard Schlie aus Rosenberg seinen Dienst als Bürgermeister der Stadt an. Er war ein Glücksfall für Tolkemit. Mit seinem Organisationstalent, seiner Überzeugunskraft und mit viel persönlichem Engagement setzte er viele bereits vorhandenen Pläne um und ging dringend notwendige Vorhaben an. Mit seiner Familie wohnte er zunächst Am Markt 1 und später in der Elbinger Straße 12. Bernhard Schllie wurde zum Bedauern der Tolkemiter Bevölkerung 1939 in eine andere Stadt versetzt. Auf einer Fahrt zu seiner Familie, die noch in Tolkemit wohnte, kam er kurz vor Weihnachten 1939 bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Bürgermeister Schlie 1938 mit seiner in Tolkemit geborenen Tochter Elisabeth

Tolkemits Aufstieg

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Rechenschaftsbericht - Darstellung des bisher Geleisten und Entwicklung neuer Pläne - von Bürgermeister Schlie anläßlich einer sog. Gemeindebesprechung (Bürgerversammlung) Anfang 1938, zu der die Tolkemiter Bevölkerung an einem Montagabend in das Vereinslokal Lemke eingeladen war. Überaus zahlreich waren Einwohner der Einladung, an der auch Gäste teilnahmen, u.a. Landrat Cichorius und Provinzialbaurat Weber.

Die wesentlichen Aussagen von Bürgermeister Schlie, die das Bild Tolkemits in damaliger Zeit eindrucksvoll beschreiben und in der Tagespresse veröffentlicht wurden, werden in verkürzter Form wie folgt wiedergegeben:

> Tolkemit habe den größten Segelschiffhafen Deutschlands.
> Auf Werften in Tolkemit wird der größte Teil der Schiffer- und Fischerfahrzeuge des
Frischen- und Kurischen Haffs und ein großer Teil der Fischerflotte Pommerns
gebaut.
> Erstmals seit vielen Jahren haben die Tolkemiter Schiffer gut verdient und waren in der Lage, 48.000 RM Schulden zu tilgen.
> Durch die Errichtung einer Bootsbauhalle könne die Bootsbauer und Schiffszimmerleute auch im Winter arbeiten.
> Bau einer Umgehungsstraße
> Die Bootsbauerei Modersitzki soll erweitert werden. Dafür soll der Hafen eine Schlippe und einen Hebekran erhalten.
> Die Tolkemiter Handweberei ist neu belebt worden.
Wohnungsnot:
> In Tolkemit fehlen 300 Wohnungen. Daher werden 1938 60 Volkswohnungen,
40 Stadtrandsiedlungen und 6 Eigenheime gebaut. In einem 3-Jahresplan soll die Wohnunsnot beseitigt sein.
Planungen:
> Der Bau der Wasserleitung soll vorangetrieben werden. Bisher wurden 100.000 RM investiert.
> Eine neue Schule mit Turnhalle soll gebaut werden. Das Gebäude der jetzigen Schule soll als Kreisberufsschule genutzt werden.
Straßebau:
> Mehrere Straßen sollen neues Pflaster erhalten, Fußsteie werden erneuert.
Fremdenverkehr:
> Ausbildung ortkundiger Fremdenführer
> Fertigstellung und Erweiterung der Freilichtbühne, des Sportplatzes mit Tennisplatz
> Erweiterung der Jugendherberge auf 150 Plätze
> Verlegung der Dampferanlegestelle an den Hafenkrug
> Erweiterung des Hafenkrugs Erlenwäldchen
> Einrichtung eines Auto-Zeltplatzes auf der Wiese am Erlenwäldchen
Finanzlage der Stadt - Appell an die Bevölkerung:
Bürgermeister Schlie betonte, daß das Rechnungsjahr 1937 dank der Hilfe der Regierung ohne Fehlbetrag abschließen wird. Er schloß seine Ausführungen mit dem Appell an alle Tolkemiter, von sich aus fleißig mitzuarbeiten, damit es mit Tolkemit vorwärts und aufwärts gehe.

Anmerkungen der Redaktion von Helmut Lingner:
Nach dem 1. Weltkrieg, in der Zeit der Weltwirtschaftkrise ging es vielen Menschen in Tolkemit nicht gut. Es herrschte eine große Arbeitslosigkeit. In den 30-ziger Jahren ging es allmählich aufwärts. Eine Situation, die mit gewissen Abstrichen mit der heutigen (2005) Lage in der Bundesrepublick Deutschland zu vergleichen ist.
Als es darauf ankam, gab es in Tolkemit den Bürgermeister Schlie, der eine wahre Blütezeit entstehen ließ. Mit seinen Aktivitäten riß er die Menschen mit. Sein großes Können bestand auch darin, die nötigen finanziellen Mittel für alle Vorhaben zu beschaffen. Bei den Tolkemitern stieß Schlie nicht auf taube Ohren. Sie waren immer dazu fähig, selbständig zu denken und zu handeln, mit starkem Überlebenswillen und härtnäckiger Zielverfolgung - Charktermerkmale des Tolkemiters.
Wo sind heute die Politiker, unsere Vorbilder, die in einer düsteren Zeit die Menschen mitreißen, motiviren können und wieder Vertrauen schaffen??

Abgesehen von den Einschränkungen in den Kriegjahren, hätte sich Tolkemit unter den vorgenannten Vorausssetzungen kontinuierlich weiterentwickelt und wäre jetzt eine blühende Stadt. Leider wurde durch das jähe Ende 1945 den in Tolkemit seit Generationen lebenden Menschen die Zukunft zunichte gemacht. Auch nach nunmehr 60 Jahren blicken wir ein wenig traurig und wehmütig zurück und können es nicht vergessen, daß wir unsere geliebte Heimat verlassen mußten.
Reisende, die das jetztige Tolkemit, Tolkmicko, aufsuchen, müssen leider feststellen, daß dort auch nach 60 Jahren leider nichts vorangeht. Hohe Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit prägen das Stadtbild. Die anfänglich noch in Teilen bestehende Industrie ist zum Erliegen gekommen.;Gewerbetätigkeiten sind nicht zu erkennen. Der Hafen bietet ein trauriges Bild. Die Schiffahrt ist total zum Erliegen gekommen, so daß im Hafen auch kein Frachtschiff zu sehen ist. Nur wenige Fischerboote sind dort beheimatet, der Fischfang ist mäßig. Die Anlagen, wie z.B. das Erlenwäldchen, die anfänglich noch intakt waren, werden nicht mehr gepflegt. Eine Gastromonie gibt es in Tolkemit nicht mehr.
Nachdem nach der "Wende" im Jahre 1989 privates Eigentum erworben werden kann, ist zu erkennen, daß hier und da an den sich in einem schlechten Zustand befindlichen Häusern allmählich etwas geschieht. Es bleibt zu wünschen und zu hoffen, daß es in Tolkemit bald wieder bergauf geht und ein wenig an die Blütezeit vor 1945 angeknüpft werden kann.

Öffentliche Gebäude und Anlagen in Tolkemit

Hafen:
Die Lage Tolkemits unmittelbar am Frischen Haff, mit dem Zugang zur Weichsel und Ostsee und damit sozusagen zu den "Weltmeeren", löste zwangsläufig die Schiffahrt und Fischerei aus und damit auch den Bau einer Hafenanlage. Später gewann der Hafen dann auch Beudeutung für den Fremdenverkehr.
Die in der Handfeste von 1359 festgeschriebene Fischereigerechtigkeit erlaubte den Tolkemitern mit dem sog. kleinen Zug das Fischen auf dem Haff. Später wird von Fischereiprivilegien berichet. Nähere Informationen können unter
Fischereiwesen eingesehen werden.
Ein Flachwasser-Hafen bestand in Tolkemit vermutlich bereits im Mittelalter. Ein Beleg dafür ist der Fund von 5 Schiffswracks, die bei Entwässerungsarbeiten und nachfolgenden Ausgrabungen in den Jahren 1968 - 1982 in den Haffwiesen gefunden wurden.
Aufgrund der ab 1772 an Bedeutung zunehmender Frachtschiffahrt erfolgte 1864 der Bau eines Hafens, der 1883 erweitert und fertiggestellt wurde, wie er heute noch besteht. Zu diesem Thema geben auch die Seiten
Schiffahrt Hinweise.
Über die Beschaffenheit und die Nutzung des Hafens geben die folgenden Bilder einen Überblick:

Blick vom Haff auf Hafen u. Stadt

Überwintern im Hafen

Dampfer Tolkemit läuft ein

Bahnhof:
1900 wurde durch eine private Gesellschaft die Haffuferbahn (HUB), die zwischen Elbing - Tolkemit - Braunsberg verkehrte, in Betrieb genommen. Die Bedeutung der HUB für Tolkemit war vielfältig. Sie war das wichtigste und schnellste Verkehrsmittel für den Personen- und Güterverkehr. Die neue Verkehrsverbindung ermöglichte Kindern den Besuch höherer Schulen, jungen Tolkemitern eine bessere Ausbildung mit den sich daraus ergebenden Berufsausübungen in der Kreisstadt. Viele Familien nutzten auch die Möglichkeit, in Elbing Einkäufe zu tätigen. Außerdem war mit der HUB der Anschluß an das Schienennetz der Reichsbahn gegeben.
Von Bedeutung war die Verkehrsverbindung auch für den Fremdenverkehr, insbesondere für viele Ausflügler, die mit dem Dampfer Tolkemit über das Frische Haff zum Ostseebad Kahlberg auf der Frischen Nehrung fuhren. Hierfür wurden an Sonn- und Feiertagen auch Sonderzüge eingesetzt. Die Gastronomie und andere Handelszweige in Tolkemit hatten durch zusätzliche Umsätze ihren Nutzen.
Auch Tolkemiter Familien benutzen den Zug für Ausflüge. Zur Zeit der Kirschblüte hatte die HUB Hochbetrieb. Man fuhr bis zum Haltepunkt Succase und stieg dann hinauf zum Haffschlößchen. von hier glitt der Blick über ein Blütenmeer bis hinunter zur blauen Wasserfläche des Haffs.

Zum Zug gehen:
Für die jüngeren Menschen in Tolkemit war es abends fast eine Verpflichtung, "zum Zug" zu gehen. Man traf sich schon lange vor der Zugankunft. Es war nämlich wichtig, sehen und gesehen werden. Wer am Zug war, der galt als besonders fortschrittlich und informiert. Zu den Tolkemitern gesellten sich Reisende. Daraus entstand für die Tolkemiter die "Mund zu Mund"- Weitergabe von Nachrichten, eine wichtige Informationsquelle.

Bahnhof, Postkarte 1919

Schulen:
In Tolkemit wurde 1785 die erste Schule gebaut., die wie ihre Nachfolger eine Kath. Volksschule war. Zu Beginn des 19. Jhd. folgte ein Neubau an der Frauenburger Straße. Die Schule war eine Mädchen- und Jungenschule mit acht Klassen. Bis 1940 gab es eine evangelische Schule als Einklassenschule.
Nähere Informationen auf der Seite
Schulen.

Kath. Volksschule

Sparkasse:
In Tolkemit unterhielt die Kreissparkasse Elbing eine Zweigstelle, die sich in der Hafenstraße Ecke Vorderhaken befand. In dieser Zweigstelle waren mehrere Personen beschäftigt, die sich mit der Abwicklung des gesamten Geschäftsverkehrs wie Kasse, Giro- und Sparkonten beschäftigten. Der Leiter der Zweigstelle, der über den Geschäftsräumen seine Wohnung hatte, war gleichzeitig der Kassierer. Viele Tolkemiter hatten in dieser Sparkasse ihr Geld angelegt und führten dort ihre Geschäftskonten. Nach dem Zusammenbruch 1945 haben viele Tolkemiter ihr Geld auf den Konten der Sparkasse verloren.

Sparkasse

Postamt:
Es wird berichtet, daß es in Tolkemit 1802 die erste Botenpost gab. Das Postamt, wie es die Tolkemiter bis zuletzt kannten, befand sich in der Herrenstraße. Auch heute wird es noch für diesen Zweck genutzt.

Postamt

Erlenwäldchen/Schwimmbad:
Ostwärts des Hafens dehnte sich auf einer Fläche von etwa 6 ha das Erlenwäldchen aus. Es war die Grüne Lunge von Tolkemit, ein Ort, an dem man gern einen Spaziergang machte. Breite Kieswege und enge verschlungene Trampelpfade durchkreuzten das Wäldchen. Zahlreiche Bänke aus Naturholz befanden sich an den Wegen. Durchschritt man das Erlenwäldchen, so gaben die Bäume schließlich den Blick frei auf die spiegelnde Fläche des Haffs mit Blick auf die Nehrung. Hier befand sich eine Badeanstalt mit einem Sandstrand. Das seichte Wasser und der sandige Untergrund waren besonders für die ersten Schwimmvergnügen geeignet. Für die Kinder gab es viele Möglichkeiten zum Spielen und Herumtollen. Leider wurde das Erlenwäldchen nach 1945 nicht ausreichend gepflegt, so daß die schönen Anlagen gelitten haben. Den anfänglich noch intakten Sandstrand gibt es seit einigen Jahren leider nicht mehr; er ist verkrautet und zugewachsen.

Schwimmbad am Erlenwäldchen

Schwimmbad 80er Jahre

Zustand heute

Kalinowski-Park:
In den 30er Jahren war in Hafennähe auf einer aufgeschlickten Fläche eine Grünanlage entstanden. Eine Rasenfläche war von Sträuchern und Blumenbeeten umgeben. Ruhebänke luden zur Rast ein. Blickpunkt war ein Monument, das von Steinzangern aufgestellt worden war. Es bestand aus einer Gruppe von einem großen und mehreren kleinen Findlingen. Ein mächtiger Anker - Schwedenanker - stand davor, dem man es anssehen konnte, daß er lange Zeit auf dem Meeresgrund geruht hatte.

Kalinowski-Park

Sportplatz:
Auf der Anhöhe in der Nähe des Krankenhauses befanden sich Sportanlagen, die auch heute noch genutzt werden. Neben einem Sportplatz zur Durchführung verschiedener Sportarten der Vereine, befand sich auch ein Tennisplatz. In den 30er und 40er Jahren war auch in Tolkemit der Fußball von Bedeutung. Einige Fußballer hatten es bis zur Kreisauswahl geschafft.

Fußballer 1935 m.Trainer Noske

Tolkemiter erinnern sich:
In Gedanken, "Träumen" erinnern wir uns an das Leben in Tolkemit. An die Aktivitäten, die Tolkemit voran brachten. Wir sind in unserer Kirche, besuchen einen Sonntagsgottesdienst, wandeln durch die Straßen und Gäßchen, den Park, das Erlenwäldchen. Im Hafen beobachten wir das Treiben der Schiffer und Fischer. Wir spüren den typischen Geruch der Schiffswerften, den Geruch nach Teer. Eine leichte Brise, die vom Haff herüber weht und Erfrischung bringt. Ein Gang durch Wiesen und Felder, ein Blick über die Weite des Haffs vom Galgenberg, die Rückkehr in ein behütetes zu Hause.
Das alles sind leider nur noch Erinnerungen, die wir für immer in unseren Herzen tragen.
Die Realität: Wir haben alles verloren, was über viele Jahrhunderte und Generationen unsere Eltern, Großeltern und deren Vorfahren aufgebaut haben. Geflüchtet, vertrieben, entwurzelt! Ein hartes Schicksal, in das wir uns gefügt haben, uns fügen mußten.
Begegnungen: Um unsere Erinnerungen zumindest in Teilen erleben zu können, reisen wir nach Tolkemit, dem jetzigen Tolkmicko. Wir fühlen uns sein Stück weit Zu Hause.
Wir begegnen Menschen, Polen, die jetzt in Tolkemit leben, die freundlich auf uns zukommen und für unsere Situation Verständnis zeigen. Viele Bewohner haben ein ähnliches Schicksal erleiden müssen, denn sie mußten als Ergebnis des Krieges auch ihre Heimat in Ostpolen verlassen und wurden zwangsweise in Tolkemit angesiedelt. Inzwischen sind Generationen gefolgt, die in Tolkemit, ihrem Geburtsort, ihre Heimat sehen. Es sind Tatsachen geschaffen, die es erfordern und ermöglichen, im vereinten Europa in Frieden miteinander zu leben.

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