TOLKEMIT

Die Kleine Stadt am Frischen Haff

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3. Ermland

Das Ermland

Ermland ist das Gebiet etwa zwischen Tolkemit und Braunsberg am Frischen Haff und reicht im Südwesten über Allenstein bis Lötzen.
Zwischen Tolkemit und Braunsberg liegt Frauenburg, mit seiner Backsteinkathedrale, einst Bischofssitz des Ermlandes.Der Dom wird als das schönste kirchliche Bauwerk Ostpreußens bezeichnet. Berühmt ist auch die herrliche gewaltige Orgel. Es ist ein Erlebnis, ihren Klängen bei der guten Akustik zu lauschen. Vom Südwestturm aus, den man besteigen kann, hat man einen herrlichen Ausblick auf das Frische Haff, bis hinüber zur Nehrung.
Im Nordwestturm der Dombefestigung wirkte etwa 30 Jahre Nicolaus Kopernikus und schrieb hier sein geniales Hauptwerk von der Bewegung der Himmelskörper.
Die größte Stadt des Ermlandes ist mit 150.000 Einwohnern Allenstein.

Unser Tagesausflug führt uns mit dem Bus von Elbing über Cadinen und Tolkemit nach Frauenburg. Zu empfehlen wäre auch die Fahrt mit der Haffuferbahn, die über die gesamte Strecke von ca. 50 km einen herrlichen Ausblick auf das Frische Haff bietet.
Bei unserer Fahrt über die bewaldeten Elbinger Höhen machen wir einen ersten Stop an einem Aussichtspunkt bei Succase mit dem malerischen Blick auf die Weite des Frischen Haffs mit der Frischen Nehrung am Horizont.
Wir erreichen Cadinen, ein ehemaliges Gut und einst Sommersitz von
Kaiser Wilhelm II. Im ehemaligen Gut mit den umliegenden Weiden befindet sich jetzt ein großes Gestüt, in dem besondere Rassepferde gezüchtet werden.
In der ehemaligen Brennerei befindet sich jetzt ein Luxushotel.

Blick auf Frisches Haff

ehemaliges Gut - jetzt Gestüt und Hotelanlage

ehemaliges Schloß

Pferdezucht


Wir fahren durch eine schattige Allee und erreichen nach 4 km
Tolkemit, die Kleine Stadt am Frischen Haff.

In eigener Sache:
Tolkemit,
der wesentliche Inhalt dieser Homepage, die ich als Verfasser gestalte, ist mein Geburtsort, meine Heimat. Hier habe ich meine Wurzeln, ebenso wie meine Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und deren Vorfahren. Gestatten Sie mir deshalb, Ihnen bei einem kleinen Rundgang Tolkemit, jetzt Tolkmicko, zu präsentieren, Tolkemit, einst eine lebendige Stadt mit Traditionen über Jahrhunderte im kirchlichen, kulturellen und auch wirtschaftlichen Bereich. Tolkemit galt als Versorgungsmittelpunkt für die umliegenden Ortschaften und auch weit darüber hinaus. Begünstigt wurde die im Jahre 1296 gegründete Stadt durch die guten Verkehrsverbindungen auf Straßen, Wasser und Schiene. Tolkemit galt Anfang des 20. Jahrhunderts als der größte Binnenhafen Europas mit damals 84 Segel-Frachtschiffen. Über den Eigenbedarf der Tolkemiter hinaus waren besonders ausgeprägt die Schiffahrt, Fischerei, Schiffsbau/Schiffswerften, Handwerksbetriebe vieler Gewerke (Bäcker, Fleischer, Tischler, Stellmacher, Zimmerer, Schneider, Schmiede, Schlosser, Mauer, Schuhmacher, Kürschner, Seiler, Töpfer, Böttcher, Ofenbauer, Brauer, Nagelschmiede, Segel- und Netzmacher) und Einzelhändler vieler Branchen. Eine andere Erwerbsgrundlage war die Land- und Forstwirtschaft (95 landwirtschaftliche Betriebe mit insgesamt 994 Hektar Land). Zur Bewirtung und Beherbergung boten 11 Gaststätten, teilweise auch als Pensionen, ihre Dienste an, die auch von einem zunehmenden Fremdenverkehr aufgrund der günstigen Lage am Frischen Haff mit der Überfahrt zum Ostseebad Kahlberg auf der Frischen Nehrung profitierten. Zu erwähnen ist der Industriebetrieb einer Töpferei (Tolkemiter Erde) und die im Jahre 1939 in Betrieb gegangene Marmeladen- und Konservenfabrik "Engelken" ein Hamburger Unternehmen. In Tolkemit gab es 1939 laut Statistik 758 Selbständige, 191 mithelfende Familienangehörige, 190 Beamte und Angestellte sowie 2305 Arbeiter. In diesen Zahlen sind auch die jeweiligen Angehörigen enthalten. Als infrastrukturelle Einrichtungen sind zu nennen: Schulen, Kindergärten, Krankenhaus, verschiedene Ärzte, Apotheke, Sparkasse, Bahnhof, Feuerwehr. Hinzu kam ein ausgeprägtes kulturelles und gesellschaftliches Leben.

Leider konnten die seit 1945 in Tolkemit angesiedelten Polen, sie mußten zwangsweise ihre Heimat in Ostpolen zugunsten Rußlands verlassen, nicht an die Blütezeit vor 1945 anknüpfen. Ursachen hiefür sind sicherlich im kommunistischen Regime bis 1989 zu suchen. Es herrscht eine sehr hohe Arbeitslosigkeit. Die vorhandenen Betriebe, wie die Konserven- und Marmeladenfabrik und die erst nach dem Krieg erbaute Fischfabrik mußten vor einigen Jahren die Fabrikation einstellen. Bedingt aus dieser sozial schlechten Lage und einer "Flucht" junger Menschen, sind leider viele aus der deutschen Zeit stammende Häuser dem Verfall preisgegeben. Es sind aber auch positive Ansätze in kleinen Schritten zu erkennen. Zunehmend wird Grundstückseigentum erworben. Dies führt dazu, daß alte Häuser instandgesetzt bzw. neue Häuser gebaut werden. Die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen geht leider nicht wirkungsvoll voran. Zu wünschen wäre auch die Errichtung eines Hotelbetriebes und Restaurants.

Ich verbinde meine Beziehungen zu meiner Heimatstadt aus den Erinnerungen bis zu meinem
8. Lebensjahr im November 1944 und danach, als im Janunar 1945 russische Truppen Tolkemit eroberten, bis zur Vertreibung aus meiner angestammten Heimat im November 1945. In den Jahren 1945/1947 verloren 4000, alle Tolkemiter, durch Flucht, Vertreibung und kriegsbedingten Tod ihre Heimat. Als Folge und Opfer des Nazi-Regimes mußten sie, wie andere 12 Millionen Menschen im Osten Deutschlands, viel Leid und Elend ertragen. Auch mein Lebensweg wurde dadurch fundamental geprägt. Wer Näheres zu Tolkemit Damals und Heute erfahren möchte, kann sich auf den entsprechenden Seiten dieser Homepage informieren.

Wir parken unseren Bus am früheren Marktplatz, der sich durch Brandschatzungen russischer Truppen leider wesentlich verändert hat. Den Bränden, die ich als eine Feuersbrunst selbst aus unmittelbarer Nähe erlebt habe, für mich ein tiefgreifendes und bleibendes schreckliches Ereignis, fielen das Rathaus, der Gasthof Deutsches Haus und verschiedene Geschäfts- und Wohnhäuser zum Opfer. Wie durch ein Wunder blieb die im Zentrum gelegene Pfarrkirche St. Jakobus fast unbeschädigt, die Kirche, die für die weit überwiegend katholische Bevölkerung Tolkemits damals und heute für ihr Leben von zentraler Bedeutung war bzw. ist.
Zu Beginn unseres Rundganges besichtigen wir die Kirche, die weitestgehend unverändet geblieben ist.
Für die ehemaligen Tolkemiter, die immer wieder ihre frühere Heimat besuchen, werden wehmütige Erinnerungen an verschiedene Stationen ihres Lebens in Tolkemit - Taufe, Erstkommunion, Firmung, Eheschließung vor dem Traualtar - wach.

Die nachfolgenden Bilder vermitteln Ihnen Eindrücke beim Rundgang durch
Tolkemit Damals und Heute.

Luftbild Tolkemit Heute mit Hafen

Marktplatz Damals - mit Rathaus

Marktplatz Heute

< St. Jakobskirche >

Hafen Damals

Hafen Heute

Bahnhof Damals

Bahnhof Heute

Mein Elternhaus

Abendstimmung am Haff

Tolkemit 1922/1939

Tolkemit/Tolkmicko Heute

Wir sagen Tolkemit ade und fahren in das 12 km entfernte Dom-Städtchen Frauenburg/Fromborg.
Vom Busparkplatz "ersteigen" wir in wenigen Minuten den Domberg. Wir besichtigen die schöne Backsteinkathedrale, bis zum Jahre 1945 Sitz des Bischofs des Ermlandes. Letzter deutscher Bischof war Maximilian Kaller, der 1945 sein Amt verlor und Frauenburg verlassen mußte. Vielleicht haben wir Glück und können eine Kostprobe von der klangvollen Orgel hören. Im Außenbereich besichtigen wir die Wehranlage und besteigen den Südwestturm. Wir genießen den einmalig schönen Blick über die Stadt und die Weite des Frischen Haffs, bis hin zur etwa 8 km entfernten Frischen Nehrung am Horizont.
Wir halten ein wenig inne und denken an die schrecklichen Geschehnisse im Winter 1945. Für tausende ostpreußische Flüchtlinge war das zugefrorene Haff der letzte Weg, der vorrückenden sowjetischen Front zu entkommen und das Ufer auf der Frischen Nehrung zu erreichen, um dann auf dem Landweg nach Danzig oder Gotenhafen zu gelangen. Endlose Kolonnen, Wagen an Wagen, zogen bei eisiger Kälte über das Haff. Durch angreifende Tiefflieger verloren viele Flüchtlinge ihr Leben. Wie wir heute wissen, ist es durch den unermüdlichen Einsatz der Deutschen Kriegsmarine gelungen, Millionen Flüchtlinge über den Wasserweg in den rettenden Westen zu bringen. Auch hier waren viele Todesopfer zu beklagen. Es betraf vor allem Kleinkinder und ältere Menschen, die den Strapazen nicht gewachsen waren. Ein dramatisches Ereignis war auch der Untergang der Wilhelm Gustlow in der Danziger Bucht, bei dem etwa 8000 Menschen ihr Leben verloren. Die Gustlow wurde am 30. Januar 1945 in den späten Abendstunden durch ein russisches U-Boot torpodiert und versenkt.

Hier die eindrucksvollen Bilder von Frauenburg

Frauenburg
Blick auf das Haff
Orgel im Dom

Unsere Ausflüge in das Ermland schließen wir mit der Besichtigung der Stadt Allenstein/Olsztyn ab. Allenstein ist mit heute 150.000 Einwohnern die größte Stadt des Ermlandes und gleichzeitig Bischofssitz. Die nach dem Einmarsch der Roten Armee weitgehend zerstörte Stadt ist zu einem großen Teil nach alten Plänen wieder aufgebaut worden. Bei einem Stadtrundgang besichtigen wir die unzerstört gebliebene
St.Jakobuskirche, heute Kathedralkirche des Bistums Ermland. Durch das Hohe Tor gelangen wir in die ruhige Altstadt. In einem Staßenkaffee genießen wir den Ausblick auf die schönen Fassaden die an frühere Zeiten erinnern und sehen Touristen aus aller Welt, die durch die Altstadt bummeln.
Hier die Bildeindrücke:

< Allenstein >

Bevor wir uns dem Ausflugsgebiet Masuren zuwenden, begeben wir uns nochmals auf ein Schiff und fahren über das Frische Haff nach Kahlberg/Krynica Morska auf der Fischen Nehrung.
Die Überfahrt nach Kahlberg ist möglich von Elbing, Tolkemit oder Frauenburg. Wir starten in Elbing und gelangen über den Elbingfluß in das Fische Haff, das hier beginnt und sich über eine Strecke von ca. 80 km, 8 - 12 km breit, bis kurz vor Königsberg erstreckt. Auf der Höhe zwischen Elbing und Tolkemit nehmen wir Kurs auf die Frische Nehrung, eine Landzunge, die das Frische Haff von der Ostsee trennt und ca. 500 bis 1800 m breit ist.
Wir genießen den Blick auf das hügelige Festland, sehen das Haffschlößchen bei Succase, Umrisse von Tolkemit und Frauenburg. Begleitet von Möven erreichen wir den Hafen von Kahlberg, ein Badeort mit dem schönen Ostseestrand, der früher und heute ein viel besuchter Ferienort war bzw. ist.
In ca. 20 Minuten Fußweg durchqueren wir den bewaldeten Landstreifen und bewundern die vielen Ferienvillen. Am Ende unseres Weges öffnet sich der Blick auf die Weite der Ostsee mit seinem wunderschönen weißen Badestrand. Wenn es die Zeit erlaubt, sollte man eine Abkühlung in der Ostsee wagen.
Nach einer Mittagspause - wir finden hier viele Gelegenheiten für eine Einkehr - wartet der Bus auf uns, der uns über die Nehrung in Richtung Danzig und durch die Niederung vorbei an Tiegenhof nach Elbing zurückbringt. Auf diesem Weg bieten sich noch einige sehenswerte Zwischenstops an.
Hier einige Bilder zu unserem Ausflug:

Kahlberg Hafen

Ostseestrand

Ostsee

Zur Weiterreise in unser letztes Ausflugsgebiet heißt es jetzt Abschied von unserem Hotel in Elbing zu nehmen. Nach einem ausgiebigen Frühstück treten wir die Reise in das nahegelegene Masuren an.
Wählen Sie hier:

1.Raum Danziger Bucht - 2.Oberland - 3.Ermland - 4.Masuren

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