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Ausflulgsziele/Sehenswürdigkeiten

4. Masuren

Masuren,
ein weiterer Höhepunkt unserer Reise, ein Paradies für Naturliebhaber. Masuren. Land der dunklen Wälder und der kristallenen Seen. Der Polyglott-Reiseführer beschreibt Masuren wie folgt:

"Eine endlose Weite hügeliger Felder, sanft durchschnitten von uralten Eichenalleen, darin eingebettet kleine Dörfer, rote Backsteinhäuschen mit dem obligatorischen Storchennest auf dem Dach und aufgeregt schnatternde weiße Gänse: eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Auf dem typischen Panje-Wagen thront wie eh und je ein typischer masurischer Bauer, auch wenn es den Volksstamm der Masuren so gut wie nicht mehr gibt. Einst statthafte, heute verfallene Gutshäuser erzählen von herrschaftlichen Zeiten, die schon lange vergangen sind. Vor allem sind es die Seen, die den Reiz Masurens ausmachen, 2000, vielleicht sogar 3000 - keiner hat sie genau gezählt."
Eindrucksvoller kann man Masuren nicht beschreiben. Hinzuzufügen ist, daß neben den hügeligen Feldern und den vielen Seen ebenso viele Wälder und Heideflächen die Landschaft prägen. Masuren-Fans wird empfohlen, die Landschaft zu Fuß oder auf dem Fahrrad zu erkunden. Unser Zeitplan erlaubt dies allerdings nicht. Wir werden in der uns gegebenen Zeit Masuren kennenlernen und die verträumte Landschaft genießen. Vielleicht kehrt der eine oder andere irgendwann einmal zurück, um Masuren zu Fuß, auf dem Drahtesel, Segelgbot, Kanu oder auch mit dem Auto/Wohnmobil näher zu erkunden.

Das Gebiet Masuren:

Als Masuren bezeichnet man die im südlichen Teil Ostpreußens gelegene Landschaft, die an das Oberland und Ermland, das wir bereits kennengelernt haben, angrenzt. Es wird berichtet, daß in Masuren
3300 Seen gezählt worden sind, bis zu einer Tiefe von 60 Metern. Der größte See ist mit 114 qkm der Spirdingsee, auch Masurisches Meer genannt. Von dem Fischreichtum - Aal, Hecht, Maränen, Zander, Schlei oder Barsch - werden wir uns in einem Fisch-Spezialiäten-Restaurant überzeugen.
Unser Quartier nehmen wir in zentraler Lage Masurens in einem guten Hotel - in Nikolaiken, Lötzen, Rastenburg oder Sensburg?
Für unseren 2 - 3-tägigen Aufenthalt planen wir die folgenden Unternehmungen:
Schiffahrt von Nikolaiken nach Niedersee, evtl. Bootsfahrt (staken) auf dem Flüßchen Kruttinna,
Wallfahrtskirche Heiligelinde, Rastenburg mit Wolfsschanze, Schloß Dönhoff, in Steinort das Schloß des Grafen Lehndorf und andere Ziele nach Absprache.

Unser erstes Ziel ist Nikolaiken (Mikolajki), ein kleines 4000 Einwohner zählendes Städtchen, ein Zentrum für Wassersportler.
In Nikolaiken besteigen wir ein Schiff und genießen bei einer 2-stündigen Fahrt nach Niedersee (Ruciane-Nida) die weiten Wasserflächen Masurens mit den an uns vorüberziehenden Landschaften.

Nikolaiken

< unterwegs nach Niedersee >

In Niedersee erwartet uns der Bus, der uns nach Kruttinnen (Krutyn) bringt. Hier kehren wir in ein bekanntes Fischrestaurant ein und lassen uns reichlich verschiedene Fischarten aus den Masurischen Seen servieren. In unmittelbarer Nähe fließt die Kruttinna vorrüber, für Wasserwanderer der schönste Fluß Ostpreußens, der durch bezaubernde parkähnliche Landschaften führt. Im Dorf Kruttinnen warten junge Einheimische auf Touristen, um diese in flachen Booten ein Stück weit durch das glasklare Wasser der Kruttinna zu staken.

Kruttinna

Ein weiterer Ausflug führt uns zur bezaubernden Wallfahrtskirche Heiligelinde (Swieta Lipka). Die Wallfahrtskirche in der jetzigen Form wurde im 17. Jahrhundert von dem Tiroler Architekten Georg Ertly im südländisch anmutenden Barockstil errichtet. Im barocken Innenraum sind illusionistische Fresken und die sehr schöne Orgel, die sich in das Gesamtbild harmonisch einfügt, zu bewundern. Wir werden Gelegenheit haben, einem kleinen Orgelkonzert zu lauschen und die sich an den Orgelpfeifen befindlichen Figuren, die sich während des Orgelkonzertes in Bewegung setzen, zu bewundern.

Heiligelinde

Innenraum mit Orgel

Wir fahren weiter nach Rastenburg (Ketrzyn), 1329 durch den Deutschen Ritterorden erbaut. Nach einem kurzen Aufenthalt besichtigen wir die 6 km von Rastenburg entfernt liegende Wolfsschanze, das "Führerhauptquartier", eine riesige Bunkeranlage. Von hier aus führte Adolf Hitler den wahnsinnigen und folgenschweren Krieg im Osten. Die schweren Bunker hatten eine Wand- bzw. Deckenstärke von 6 - 8 Metern aus Stahlbeton. Neben dem Führerhauptquartier befand sich in der Wolfsschanze auch das Oberkommando des Heeres.
Am 20. Juli 1944 ist hier das Attentat des Claus Graf Schenk von Stauffenberg auf Adolf Hitler während einer Lagebesprechung gescheitert. Hitler wurde bekanntlich nur leicht verletzt. Graf Stauffenberg wurde noch am selben Tage in Berlin hingerichtet.
Hitler hielt sich bis zum 20.11.1944 in der Wolfsschanze auf. Kurz danach wurde sie durch die
Rote Armee erobert. Zuvor hatten deutsche Pioniere mit nur geringem Erfolg versucht, die Bunkeranlage zu sprengen.

Lageplan der Wolfsschanze

< Bunkeranlagen >

Während unserer Fahrt durch die eindrucksvolle Landschaft Masurens wechseln schattige Eichenalleen, hügelige Felder, Seen und Wälder einander ab. Auf Wiesen und Feldern begegnen wir den schwarz-weißen Störchen, die ihre Nester auf Gebäuden aller Art, Strommasten und Baumwipfeln haben. Allein auf einem Kirchendach zählte man 8 Storchennester, für jeden Hobbyfotograf ein begehrtes Objekt. In Masuren leben etwa 8000 Störche. Sie finden hier in den nassen Wiesen und auf den Feldern reichlich Nahrung. Zu ihren Winterquartieren in der Türkei, Ägypten oder Südafrika müssen sie eine Flugstrecke bis zu 10.000 km zurücklegen und kehren jedes Jahr zu ihren Nestern in Masuren zurück. Die folgenden Landschaftsbilder mögen Ihnen erste Eindrücke vermitteln:
Masurische Impressionen:

Im folgenden Teil erhalten Sie eine Bilddokumentation von weiteren Sehenswürdigkeiten Masurens, die wir nach Absprache und zeitlichen Möglichkeiten besichtigen:

Schlösser - Gutshöfe

In der Nähe des Ortes Steinort (Sztynort) liegt das erhalten gebliebene Schloß der Grafen Lehndorff aus dem 16. Jahrhundert. Der letzte Besitzer, Heinrich Graf Lehndorff wurde wegen der Beteiligung an dem mißglückten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 hingerichtet.

Das durch den berühmten Architekten Jean de Bodt
1710 - 1745 neu gestaltete Landschloß Dönhoffstädt blieb bis heute recht gut erhalten. Eine umfangreiche Bibliothek, ein Schloßtheater, eine Hauskapelle, ein Damwildgehege und ein 75 ha großer Park haben einst diesen Ort berühmt gemacht. Heute ist in dem Schloß eine Fahrschule für Traktorenführer untergebracht.

In der Nähe von Preußisch-Holland sehen wird das Herrenhaus des Gutes Quittainen, das der Gräfl. v. Dönhoff´schen Familien- und Armenstiftung gehörte.

In dem kleinen Ort Jäglack (Jaglavki) ist der bekannte Schriftsteller Arno Surminski geboren, der einige lesenswerte Bücher über Ostpreußen geschrieben hat. Jäglack ist das "Jokehnen" in dem Buch von Surminski "Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland?", auch bekanntgeworden durch den gleichnamigen Fernsehfilm.

Soldatenfriedhöfe aus dem 1. Weltkrieg

Auf der Fahrt in Richtung Lötzen kommen wir an einem eindrucksvollen Soldatenfriedhof vorbei, auf dem im 1. Weltkrieg gefallene deutsche und russische Soldaten gemeinsam bestattet wurden. Eine Inschrift lautet:
" 82 Deutsche und 521 Russische
Tapfere Helden
fielen in den Gefechten um Possessern 1914"
Der grausame, haßerfüllte 2. Weltkrieg ließ die Würde derartigen gemeinsamen Gedenkens nicht zu.

Tip für Pferdeliebhaber

In der Nähe von Bartenstein und Schippenbeil, unweit der polnisch-russischen Grenze, finden wir Liesken (Liski). Hier wird unter Eibeziehung des Gutes Juditten die Zucht des ostpreußischen Warmblutpferdes "Trakehner" fortgesetzt. Das Gestüt hat eine Gesamtfläche von 2235 ha, davon 681 ha Wiesen und Weiden. Das Hauptgestüt lag früher in Trakehnen bei Gumbinnen (Gusev) im jetzt russischen Teil Ostpreußens. Über Umwege gelangten 1945 die wertvollen Trakehner-Pferde in die UDSSR. Das Gestüt Liesken erwarb von dort und aus der Bundesrepublik Zuchtpferde als Grundlage für die Weiterzucht der Trakehner. Auf den Weiden und Ställen können wir ca. 500 Rassepferde bewundern.

Mit unserer Rundreise durch Masuren beenden wir unsere Reise und treten die Rückreise mit einer Zwischenübernachtung - vielleicht in Stettin - an. Auf dieser Strecke werden wir Gelegenheit haben, Eindrücke von der Landschaft Pommerns zu gewinnen. Während der Busfahrt haben wir nun Gelegenheit, noch einmal in Gedanken die vielen schönen Eindrücke unserer Reise an uns vorüberziehen zu lassen.

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