TOLKEMIT

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Reisen nach Tolkemit

Die von Leo Lindner und Helma Schmitz für 2007 geplanten Reisen nach Tolkemit wurden inzwischen durchgeführt. Hier nun die Nachlese in Wort und Bild.

Als Überblick zur Nachlese zunächst der Bericht von Leo Lindner, den er für die
Elbinger Nachrichten geschrieben hat.

Heimatbesuche der Tolkemiter
Busfahrten nach Frauenburg und Elbing

Wie immer, wurden die Busfahrten von der Firma Busche durchgeführt. Zu den Kunden der nun schon 40 Jahre alten Firma geörten die Tolkemiter sorfort nach der Freigabe von Polen-Reisen durch deutsche Reiseunternehmen. Es sind bereits viele Fahrten im Verlauf der Jahre geworden. Auch Reisen nach Süd-Tirol und verschiedene Ziele in Deutschland standen auf dem Programm.

Die für 2007 angekündigten Reisen erfolgten wie vorgesehen. Der erste Bus (Gruppe Helma Schmitz) startete am 06.06. in Lobberich und erreichte nach einer Zwischenübernachtung am 08.06. das Hotel Kopernik in Frauenburg, dem Stammquartier der Tolkemiter aus Nettetal seit langer Zeit. Ein ausgiebiges Aulsflugsprogramm führte die Reiseteilnehmer in die ost- und westpreußischen Gebiete, nach Masuren, an die Weichsel und nach Danzig.

Mittelpunkt der Reise war jedoch der unmittelbare Besuch der Heimatstadt Tolkemit und ein Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus. Ein gemütliches Beisammensein mit Aalessen im Kulturhaus schloß sich an. Bei Musik und Tanz fand die Feier mit Bürgermeister und Pfarrer ihren Abschuß. Ein weiterer Besuch von Tolkemit erfolgte am freien Tag des Busfahrers zu einem Rundgang und der Suche nach Stätten er Erinnerung. Diese erfolgreiche Reise fand mit dem Beginn der Rückreise und Zwischenübernachtung in Stettin am 17.06. in Nettetal ihren Abschluß.

Ein weiterer Bus (Gruppe Leo Lindner) der Firma Busche startete am 16.06. aus Rodewald in östlicher Richtung. Die Reiseroute führte über Stettin nach Stolpmünde. Dieser Zwischenaufenthalt für drei Nächte fand in einem völlig neuen 4-Sterne Hotel statt, alse ein toller Urlaubs-(Reise)-Beginn. Das schöne Ostseebad Stolpmünde war der Ausgangspunkt für Ausflüge in das Museumsdorf Klucken, in das bekannte Leba und endete mit einer Schiffahrt auf dem Lebe-See und dem Erklimmen der Lonzke-Düne. Nach Fahrt durch Hinterpommern und der Halbinsel Hela gelangten wir in den Ort Hela, der Anfang 1945 für viele Flüchtlinge zur Brücke in den Westen wurde. Von Hela fuhren wir mit dem Schiff nach Gotenhafen und schließlich für sechs weitere Nächte nach Elbing.

Von hier ging es am 20.06. gleich zum ersten Besuch nach Tolkemit. Ein Zwischenaufenthalt in Kadinen und schon waren wir pünktlich zum Gottesdienst in der Pfarrkirche.Bereits auf der Treppe erwartete uns der neue Pfarrer der Gemeinde Slawomir Szczodrowski mit einem freundlichen Lächeln. Wir feierten gemeinsam eine Messe und machten ein Gruppenfoto von den Teilnehmern mit Pfarrer und Kaplan vor der Kirche. Nach dem Kirchgang gab es ein Fisch-Frühstück sowie Kaffee und Kuchen bei gemütlichem Zusammensein.

Von Elbing aus wurden die bekannten Ausflugsziele wie Zoppot, Oliva, Danzig, Stegen, Kahlberg, die Rollberge, Marienburg und Frauenburg aufgesucht. Wir erlebten einen "Kaschubischen Abend" mit Tanz und Gesang mit Abendessen in Zuckau.

Die Rückfahrt begann am 25.06. Nach einer Zwischenübernachtung in Stettin erreichten alle Teilnehmer am 26.06.wieder ihre Ausgangsorte.

Für beide Tolkemiter Gruppen waren es gelungene Fahrten in die alte Heimat. Erinnerungen wurden aufgefrischt und die Bekanntschaften zu polnischen Familien durch Besuche erneuert.

Tolkemit wird es auch in Zukunft schwer haben, die Bedeutung von früher zu erlangen. Trotz EU-Beitritt hat sich hier nicht viel verändert, eher ist sogar ein Rückschritt eingetreten. Die Bahnverbindung mit der Haffuferbahn wurde eingestellt. Viele Fischer sind ohne Arbeit, da es kaum noch Fische im Haff gibt. Von früher 30 gibt es nur noch
6 Fischerboote. Ein gut ausgebauter Hafen ohne Schiffe! Die Fährverbindung nach Kahlberg floriert nicht. Angeblich ist die Fahrrinne nicht ausgebaggert! Die russische Grenze im Haff darf nicht überfahren werden! Die frühere Marmeladenfabrik beschränkt sich nur noch auf die Herstellung von Rohware und frostet diese.

Hoffen wir, daß auch für Tolkemit bald bessere Tage kommen. Der neue Bürgermeister und der neue Pfarrer sind tüchtige junge Menschen. Vielleicht gelingt es ihnen, mehr Arbeit an den Ort zu bringen und die Moral der Menschen zu stärken.

Leo Lindner

Details zur Reise der Gruppe Leo Lindner:

Gruppenfoto

Bilder vom Aufenthalt in Tolkemit:

Pfarrkirche St. Jakobus

Gruppenbild vor und in der Kirche

Ansprache von Leo Lindner im Gottesdienst
- Text im Anschluß nach den Bildern -

Rundgang

Hafen mit Erlenwäldchen

Anleger Fischerboote

Die stillgelegte Bahnstrecke

Heimat - Erinnerungen - Wehmut - Abschied ?

Wohin geht die Reise ?!

Ansprache von Leo Lindner im Gottesdienst


Sehr geehrter Herr Pfarrer Slawimir Szczzodrowsi!
Wir danken Ihnen, dass wir heute hier in der schönen St. Jakobus-Kirche bei Ihnen zu Gast sein können, um mit Ihnen zusammen die Hl. Messe zu feiern.

Rückblick:
Erst ab 1973 war es den früheren Bewohnern von Tolkemit wieder möglich, nach Polen in ihre alte Heimat zu reisen und hier vorrangig einen gemeinsamen Gottesdienst mit einem polnischen Priester und den nun polnischen Bewohnern der Stadt Tolkmicko zu feiern. Seit dieser Zeit sind viele Hundert "alte" Tolkemiter zur Wallfahrt in ihrer alte Heimat aufgebrochen. Manche waren nur ein einziges Mal hier. Andere zog es immer wieder an diesen Ort ihrer Kinder- und Jugendzeit, der vielen guten, aber auch der vielen furchtbaren Erlebnisse zurück.

Einmal Heimat - ist eben - Immer Heimat

Die Erinnerung und Bindung zu dieser schönen Kirche ist bei uns allen sehr groß. Dies ist verständlich, wenn man bedenkt, dass viele von uns hier über dem dort stehenden Taufstein getauft wurden und auch vor diesem Altar die Erste Hl. Kommunion erhielten und gefirmt wurden. Diese Kirche ist für uns identisch mit dem Wort Heimat. Deshalb führt uns der erste Weg nach unserer Ankunft in Tolkmicko hier her zum Gottesdienst und Gebet.
Viele von uns haben zu dieser Kirche ein besonderes, manchmal spezielles Verhältnis (Messen, Andachten, Hochämter, Feiertage, Messdiener und Katholische Jugend).

Für jeden "alten" Tolkemiter ist die kleine Stadt als solche sowie die schöne Natur um sie herum eine starke Erinnerung und eine Erkenntnis, welch großes Juwel uns abrupt und mit viel Blut und Leid genommen wurde.

Fortsetzung Seite 2