TOLKEMIT

Die Kleine Stadt am Frischen Haff

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Tolkemiter Nachrichten

1. Schlabbertreffen in Nettetal-Kaldenkirchen

Vorbemerkungen:
Am 23. April 2005 fand in Pattensen das 32. Schlabbertreffen statt. Über viele Jahre wurde dieses Treffen sehr erfolgreich gemeinsam von Leo Lindner und Reinhold Albrecht organisiert und durchgeführt. Aus den bekannten Gründen hat sich Leo Lindner aus der Organisation der Schlabbertreffen zurückgezogen, um sich den anderen Themen in der Sache Tolkemits zu widmen.
Das 32. Schlabbertreffen war daher das letzte in Pattensen. An diesem Tag wurde einvernehmlich festgelegt, dass die künftigen Schlabbertreffen in Nettetal-Kaldenkirchen stattfinden und von Maria Engels und Helma Schmitz organisiert und durchgeführt werden sollen. Die Symbole der Schlabbertreffen, der Aal an der Kette und der Rettungsring des Dampfers Tolkemit wurden den beim 31. Schlabbertreffen beteiligten Tolkemitern vom Niederrhein zu treuen Händen bereits mitgegeben. Planungsgemäß fand nun am 12. August 2006 das

33. Schlabbertreffen in Nettetal-Kaldenkirchen

unter dem Motto: Ankunft vor 60 Jahren am Niederrhein statt.

Bericht zum Schlabbertreffen:

Das Treffen begann mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Clemens in Nettetal-Kaldenkirchen. Zelebrant war Herr Pfarrer Benedikt Schnitzler, der den Gottesdienst sehr würdevoll gestaltete und in seiner Ansprache auf die Flucht und Vertreibung der Tolkemiter einging. Mitgeführt wurde auch ein Ermland-Banner.
Die nahezu 200 Gottesdienstteilnehmer - überwiegend Tolkemiter - sangen aus einem von Ursula Esch schön gestalteten Liedblatt kräftig mit, so auch das heimatliche Lied "Mein Ermland will ich ehren".

Teilnehmer vor der Kirche

Der Zelebrant und Ermlandbanner

Im Anschluß an den Gottesdienst fanden sich die Tolkemiter zum Schlabbertreffen in der Gaststätte "Zur Mühle" ein. Dies wird auch der Ort für die zukünftigen Schlabbertreffen sein.
Nach der Begrüßung konnten sich die Teilnehmer aus nah und fern erst einmal an einem gut sortierten Kalten Büffet stärken. Dies war eine gute Grundlage um dann dem Schlabbern freien Lauf zu geben. Es war auch ein Wiedersehen von Tolkemitern, die wieder aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands angereist waren und die Gelegenheit nutzten, Erinnerungen auszutauschen, die nun bereits mehr als 60 Jahre zurückliegen.

Teilnehmer am Schlabbertreffen

Im weiteren Verlauf des Treffens nutzten einige Tolkemiter die Gelegenheit, die am 10. August 2002 in Kaldenkirchen aufgrund von Initiativen einiger dort ansässiger Tolkemiter und des Vorsitzenden des Bürgervereins Kaldenkirchen e.V. Herrn Heinz-Willi Schmitz eingeweihte Tolkemiter Straße und den Gedenkstein zu besuchen.

Gedenkstein

Bei Kaffee und Kuchen, von Tolkemiter Frauen gebacken und gespendet, ging nun das Schlabbern weiter.

Es folgte dann ein offizieller Teil anläßlich des Gedenkens der Ankunft von 600 aus Tolkemit vertriebenen Menschen am Niederrhein, die insbesondere in Nettetal ihre neue Heimat fanden.

Die Ansprachen wurden vom Nettetaler Bürgermeister Christian Wagner und unserem Stadtsprecher, Leo Lindner gehalten (siehe nachfolgenden Zeitungsbericht).

Bürgermeister Christian Wagner

Für die gute Organisation des Schlabbertreffens wurde Maria Engels und Helma Schmitz mit einem Blumenstrauß gedankt.

Im letzten Programmpunkt des Treffens wurden die Gewinner der Tombola, die auch in Kaldenkirchen traditionsgemäß verbereitet war, ermittelt. Es gab schöne Preise zu gewinnen.

Das gelungene Schlabbertreffen klang gegen 17.00/18.00 Uhr aus.

Links Hedwig Schrörs - Mitte Maria Engels - rechts Helma Schmitz

Es folgt der Bericht aus der Zeitung "Grenzland-Nachrichten - Nettetal -

In Kaldenkirchen neue
Heimat gefunden

Vor 60 Jahren verloren 4000 Tolkemiter ihre Heimat, 600 davon kamen in den hiesigen Raum. In Nettetal wohnen viele ehemalige Tolkemiter, in Kaldenkirchen hat man sogar eine Straße nach der kleinen Stadt am Frischen Haff benannt. So fanden sich jetzt hier mehr als 130 ehemalige Tolkemiter bzw. Nachfahren aus ganz Deutschland ein . In der Kirche, in der Pastor Benedikt Schnitzler mit den Tolkemitern und Kaldenkirchenern feierte, waren viele ergriffen. zumal der Pfarrer die passenden Worte in seiner Predigt fand.
Nach dem Besuch der Tolkemiter Straße mit Gedenkstein und Anker bedankte sich Leo Lindner (Hamburg), der über seine Heimatstadt ein Buch geschrieben hat, beim Bürgerverein Kaldenkirchen und der Stadt Nettetal: "Dank gilt dem Vorsitzenden des Bürgervereins, Heinz-Willi Schmitz, mit dem vor vier Jahren der Standort für die Straße - damals noch Neubaugebiet im Werden - ausgesucht wurde". Die Stadt sei erfreulicherweise dem Vorschlag des Bürgervereins gefolgt. Er erinnerte auch an die gelungene Integration.
Viel Beifall erhielt auch Bürgermeister Christian Wagner, der gefühlvoll und sachkundig auf die Flüchtlingsprobleme - unter anderem erwähnte er die Charta der Vertriebenen - damals und heute einging.
Maria Engels, geborene Bendrin (früher Tolkemit), die am 1. August 1946, also vor 60 Jahren nach Kaldenkirchen kam und eine neue Heimat fand, maßgebend an der Organisation beteiligt, berichtete, sie habe in den letzten Tagen viele Anrufe aus ganz Deutschland bekommen, die betont hätten, wie schön es in Kaldenkirchen gewesen sei. Im nächsten Jahr sei man wieder dabei.

Ankündigug:
Die jährlich stattfindenden Schlabbertreffen sollen auch in den nächsten Jahren in Kaldenkirchen fortgesetzt werden.
Das nächste Treffen findet voraussichtlich im August 2007 in Kaldenkirchen statt. der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Anmerkung der Redaktion:
Auch die Redaktion der Tolkemit-Seite im Internet dankt Maria Engels, Helma Schmitz und allen Mithelfenden für die gute Vorbereitung und Durchführung des Schlabbertreffens. Wir wünschen, daß es den Organisatoren auch im nächsten Jahr gelingt, des Treffen mit guter Beteiligung durchzuführen.

Im Gedenken an die Vertreibung der Tolkemiter vor 60 Jahren empfehle ich auch die Seite in dieser Homepage, die unter dem Titel

Vor 60 Jahren - Das Ende des Krieges in Tolkemit -
Zeitzeugen berichten

zu finden ist.

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