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Tolkemiter Straße in Nettetal

Am Sonnabend, dem 10. August 2002 kamen 120 ehemalige Tolkemiter nach
Nettetal-Kaldenkirchen, um an den Feierlichkeiten zur Enthüllung des Straßenschildes "Tolkemiter Straße" und einer Gedenktafel mit Anker teilzunehmen.

Zur Vorgeschichte:
Mitte 1946 kamen durch Vertreibung aus Ihrer Heimatstadt 600 Tolkemiter
in die verschiedenen Ortsteile der durch Zusammenschluß neu gebildeten Stadt Nettetal und fanden dort ein neues Zuhause. Durch beharrliches Bemühen gelang es einigen Tolkemitern, die Verantwortlichen der Stadtverwaltung Nettetal davon zu überzeugen, zum Gedenken an ihre frühere Heimatstadt einer neuen Straße den Namen

Tolkemiter Straße

zu geben.
Außerdem wurde in der neuen "Tolkemiter Straße" ein Gedenkstein mit Tafel und Anker aufgestellt. Als Initiatoren sind insbesondere die ehemaligen Tolkemiter Maria Engels, geb. Bendrin und Leo Liedke zu nennen. Sie haben keine Mühen und Kosten gescheut und letztendlich mit den "Wahrzeichen" ein dauerndes Gedenken zur Erinnerung an Tolkemit, der Kleinen Stadt am Frischen Haff, erreicht. Als Dritte im Bunde hat auch die in Tolkemit geborene Helma Schmitz, geb. Carolus, besonders bei den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten tatkräftig mitgeholfen.
Allen sei an dieser Stelle für Ihre unermüdliche Arbeit im Namen aller Tolkemiter ein herzliches Dankeschön gesagt.

Die Feierlichkeiten begannen um 10.00 Uhr mit einer Heiligen Messe in der Pfarrkirche St. Clemens in Nettetal-Kaldenkirchen. Zelebrant war Pfarrer Klaus Dors, der in seiner Ansprache die Bedeutung des Tages für die vielen aus ihrer Heimat vertriebenen Tolkemiter in eindrucksvoller Weise in den Mittelpunkt stellte.
Umrahmt wurde die feierliche Messe, in der auch Lieder aus dem Ermländischen Gesangbuch gesungen wurden, von einem Solo-Gesang und Trompeten-Begleitung. Verlesen wurde auch ein Grußwort des Ermländischen Visitators Dr. Lothar Schlegel.
Im Anschluß an die Heilige Messe ging es dann an den Ort des Geschehens zu Enthüllung des Straßenschildes und des Gedenksteines. Auch hier ein feierlicher Rahmen. Der Männergesangverein Liedertafel Kaldenkirchen trug mit schönen Liedbeiträgen zur angemessenen Stimmung bei.
Eröffnet wurde der feierliche Akt zur Enthüllung des Straßenschildes durch einen Redebeitrag des Sprechers der Tolkemiter Stadtgemeinschaft Leo Lindner, der die Bedeutung dieses Tages hervorhob und auch erwähnte, daß in einem solchen feierlichen Rahmen wohl selten Straßenbezeichnungen "eingeweiht" werden.
Gemeinsam mit dem Vertreter der Stadt Nettetal wurde dann das Straßenschild enthüllt.

Entlang der neuen Tolkemiter Straße ging es nun zum zweiten Akt, nämlich der Enthüllung des mit einer Inschrift versehenen Gedenksteines mit Anker.
In seiner Ansprache fürhrte der Vorsitzende des Bürgervereins, Herr Heinz-Wille Schmitz, aus, wie es schließlich - nicht zuletzt durch das beharrliche Betreiben von Maria Engels und Leo Liedke - zu der Entscheidung für die Benennung "Tolkemiter Straße" in Kaldenkirchen gekommen sei. Auch er stellte den Zusammenhang mit den 600 Tolkemitern her, die durch Vertreibung aus ihrer Heimatsatdt in Nettetal eine neue Heimat gefunden haben. Anwesend war auch der frühere Landrat, Herr Hans Backes, der maßgeblich an der Entscheidung für die Bezeichnung Tolkemiter Straße beteiligt war. Als Höhepunkt wurde nun der Gedenkstein enthüllt, der von allen Beteiligten bewundert werden konnte.

Im Anschluß an die Feierlichkeiten fand ein gemütlilches Beisammensein im nahegelegenen Gasthaus Zur Mühle statt, das durch Liedbeiträge des Männergesangvereins Liedertafel Kaldenkirchen umrahmt wurde.
Hier hatten nun die vielen Tolkemiter bei Essen und Trinken ausreichend Gelegenheit, Gedankenaustausch zu pflegen und ihrem "Schlabbern" freien Lauf zu lassen.

Die folgenden Bilder vermitteln Eindrücke von der Veranstaltung

Tolkemiter vor dem Gottesdienst

Leo Lindner, Sprecher der Tolkemiter Stadtgemeinschaft
bei seiner Ansprache - im Hintergrund der Männergesangverein

Das Straßenschild ist enthüllt.
Bild links mit Leo Liedke.
Der erklärende Text unter der Straßenbezeichnung lautet:
"Stadt am Frischen Haff/Westpreußen gelegen.
Heimatstadt vieler mittlerweile in Nettetal wohnhaften Vertriebenen.

Ansprache
Heinz-Willi Schmitz
Bürgerverein
Vertreter des Bürgervereins mit Maria Engels Gedenkstein mit
Maria Engels und
Leo Liedke

Tolkemit

Stadt am Frischen Haff
Kreis Elbing Westpreußen

Gründung 1296 durch den Deutschen Orden.
Größter Binnenseesegelschiffhafen Europas
Schiffahrt, Fischerei und Keramikherstellung.

Ende Januar 1945 durch Kriegshandlungen teilweise
zerstört. Die Bewohner retteten sich durch
Flucht, wurden nach Rußland zur Zwangsarbeit
deportiert oder aus der Heimat vertrieben.
600 Tolkemiter fanden Mitte 1946 im Bereich der
heutigen Stadt Nettetal in neues Zuhause

- einen neuen Ankerplatz -.

Die ursprünglichen Tolkemiter und ihre Nachkommen
stellen nun einen beachtlichen Teil der
Bevölkerung der Stadt Nettetal und der
angrenzenden Orte.

Helmut Lingner

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