TOLKEMIT

Die Kleine Stadt am Frischen Haff

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Tolkemiter Nachrichten

Neues aus Tolkemit

In diesem Jahr reisten zwei Gruppen Tolkemiter mit dem Reiseunternehmen Busche nach Tolkemit und Umgebung, und zwar:

1. die Reisegruppe Leo Lindner in der Zeit vom 11.06. - 21. 06 und
2. die Reisegruppe Helma Schmitz in der Zeit vom 17.06. - 29.06..

Zunächst der Reisebericht von Leo Lindner; der Bericht von Helma Schmitz wird nachgereicht:

"Tolkemiter waren im Juni auf Heimatfahrt
Viele neue Eindrücke von Land und Stadt gewonnen"

Die für 2005 geplanten Fahrten erfolgten wie vorgesehen mit dem Reisedienst Busche aus Rodewald. Zuerst begab sich die Reisegruppe Leo Lindner am 11.6. auf die Reise, die von Rodewald über Hamburg nach Gnesen zur Zwischenübernachtung fürhrte. Über Thorn, mit Besichtigung der Altstadt, ging es am 12.6. nach Sensburg. Von hier aus erfolgten Fahrten in das südliche (13.6.) und nördliche (14.6.9 Masuren. Über die Rollberge ging es dann am 15.6. nach Elbing. Von hier aus erfolgten dann die Besuche in Zoppot, Oliva, Danzig und Kahlberg. Höhepunkt der Reise war außer Frauenburg die Heimatstadt Tolkemit.

Am 16.6. ging es entlang des Frischen Haffs nach Kadinen. Nach der Ortsbesichtigung fuhren wir weiter nach Tolkemit, denn für 10.30 Uhr war ein Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus angesagt. Mit Orgelbegleitung erlebten die Teilnehmer eine Singmesse im heimatlichen Ritus. Mit großer Freude wurde festgestellt, daß ein großer Teil der beschädigten Kirchenbänke originalgetreu neu entstanden sind. Eine Tafel in deutscher Sprache weist auf die Unterstützung durch einen Spendenkreis hin.

Auf direktem Weg ging es durch die Herrenstraße zum Kulturhaus, wo bereits eine festliche Tafel gedeckt war. Das Essen war ganz nach dem Geschmack der Tolkemiter. Reichlich Aal, der in diesem Jahr erneut sehr wenig im Haff gefangen wird, und weitere Fischspezialitäten, dazu Kuchen und viele Getränke. Nach erfolgter Stärkung ging es dann voller Spannung auf den Erkundungsweg durch Tolkemit und zum Besuch von bekannten polnischen Familien.

Wie wir feststellen konnten, hat sich nach dem letzten Besuch 2003 doch einiges zum Positiven entwickelt. Es wurden neue Häuser gebaut und andere renoviert. Sicher würde vieles besser vorangehen, wenn nicht die Arbeitslosigkeit (40 %) so hoch wäre. Von Tolkemit gehen die jungen Menschen weg und die Stadt ist wegen der schönen Lage und Umgebung zur Schlafstadt geworden. Der Tag klang aus beim Abendessen im Hotel Kopernik in Frauenburg.

Am folgenden Tag (17.6.) fuhren wir über die Elbinger Höhe nach Frauenburg. Nach der Führung und Orgelmusik im Dom und dem Besuch des Kopernikus-Turms wurden wir schon von den Mitarbeitern des Kopernikus-Museums empfangen. Wie schon vor zwei Jahren, haben wir neben den allgemeinen Ausstellungsgegenständen, besonders die Präsentation der vom Museum zusammengetragenen Exemplare "Tolkemiter Erde" besichtigt. Eine Besonderheit von hohem Rang war auch die Übergabe eines Tellers und eines Kruges (Weinlaub) mit Becher aus dem Erbe einer Tolkemiterin durch Leo Linder an den Leiter des Museums. So ist ein Stück Tolkemit wieder an die Stelle der Entstehung zurückgekehrt! Unter den Teilnehmern war auch mit Marianne Gahlka (Lindner) eine Tolkemiterin, die bis 1945 in der Töpferei von August Caspritz und bis 1947 unter polnischer Leitung beschäftigt war.

Im Anschluß ging es per Schiff über das Haff nach Kahlberg. Etwas wehmütig ging der Blick nach Tolkemit und die Höhe. Leider fährt heute kein Schiff mehr auf der alten, der kürzesten Route über das Haff. In Kahlberg verstreute sich die Schar der Teilnehmer schnell, meist in Richtung Ostsee.
Überraschend war der Besuch von Alois Lingner - er war der erste Segler, der nach dem Krieg von Holland nach Tolkemit segelte, der in Liep im eigenen Haus am Haffufer mit Tolkemit-Blick Urlaub machte.
Auf der Rückfahrt haben wir die wunderbare Mennoniten-Kirche in Stegen aufgesucht und uns an den schönen Gemälden erfreut.

Nach dem Besuch am 18.6. in Zoppot, Oliva und Danzig stand der Sonntag (19.6.) zur freien Verfügung. Die meisten Reiseteilnehmer nutzten die Gelegenheit zur weiteren Fahrt nach Tolkemit.

Durch die Kaschubei fuhren wir am 20.6. durch Hintepommern über Stolp nach Kolberg zur Stippvisite. Nach Besichtigung von Kurviertel, Seebrücke, Strand und Leuchtturm ging es weiter nach Stettin
(Hotel Neptun) zur letzten Übernachtung. Am 21.6. endete die Reise nach Halt in Berlin und Hamburg in Rodewald.

Alle Teilnehmer waren trotz des recht anspruchsvollen Programms zufrieden und fragten nach der nächsten Reise. Von besonderer Wichtigkeit aber war, daß alle trotz gesundheitlicher Probleme die Reise gut überstanden haben.

Die Reisegruppe Helma Schmitz startete am 17.6. in Kempen/Niederrhein zur Fahrt nach Frauenburg in das Hotel Kopernik. Von hier aus machte die Gruppe mehrere Fahrten in die nähere (Kahlberg, Elbing) und weitere Umgebung, wie Marienwerder, Zoppot und Danzig.

Höhepunkt war der Besuch von Tolkemit mit einer Messe in der Pfarrkirche St. Jakobus am Donnerstag 23.6. An diesem sehr warmen Sommertag fand das anschließende Essen nicht im, sondern neben dem Kulturhaus statt. Alles geschah in recht fröhlicher Atmosphäre bei Musik und Tanz.

Ein wichtiger Punkt beim Besuch der Tolkemiter in ihrer Heimatstadt war auch bei dieser Gruppe der über viele Jahre gewachsene Kontakt zu polnischen Familien. Hier wird Völkerfreundschaft direkt
(ganz ohne Politik) vorgelebt.

Beide Gruppen sind wohlbehalten mit vielen neuen Eindrücken an ihre Ausgangspunkte zurückgekehrt. In Polen haben die Reisenden nach dem Beitritt Polens in die EU mehr westlichen Einfluß erlebt. Das Warenangebot hat sich deutlich verbessert, aber alles ist teuer geworden. Deutlich haben sich die Städte im Glanz vom verträumten Land abgegrenzt. Es ist aber noch viel zu tun. Besonders, wenn man an das unterentwickelte Tolekmit denkt, wo es bisher keine Weiterentwicklung, sondern nur Rückschritt gibt. Keine Fabrik arbeitet! Keine Schliffsverbindung nach Kahlberg! Immer weniger Fang für die Fischer wegen Überfischung in der Vergangenheit! Was sind das für Aussichten für die Zukunft?

Leo Lindner

Der folgende Bericht von Leo Lindner befaßt sich mit dem Thema
"Neue Sporthalle für das Gymnasium in Tolkemit"

Als ich die letzten Vorbereitungen zur Reise vom 11. bis 21. Juni nach Sensburg und Elbing traf, erhielt ich eine Einladung zum Besuch in der Schule in Tolkemit mit dem folgenden Inhalt.

"Wie ich höre, werden Sie im Juni in Tolkemit sein. Sollten Sie über estwas Freizeit verfügen, würde ich mich freuen, Sie zu sehen und Ihnen die Schule zu zeigen. Ich weiß, daß Sie diese Schule besucht haben. Hier haben Sie angenehme Weile verbracht. Gegenwärtig haben wir die neue Sporthalle und wollen Sie Ihnen zeigen. Ich, die Lehrer und Schüler hoffen sehr darauf, Sie bald zu sehen.

Mit freundlichen Grüßen

Der erste Tag in Tolkemit reichte nicht aus, um alle persönlichen Einladungen zu erfüllen. So wurde die Begegnung mit dem Gymnasialdirektor Ryszard Przyborowski auf Sonntag, dem 19. Juni verlegt.

Zuerst muß ich erklären, daß sich der Unterricht im heutigen polnischen Schul-System in zwei Schulen vollzieht. Die mit Deutschland vergleichbare Grundschule befindet sich in einem Gebäude am Sportplatz mit 248 Schülern. Die Oberstufe (Gimnazjum) befindet sich in der alten (Volks)Schule in der Frauenburger Straße mit 223 Schülern und trägt den Namen: Mikolaja Kopernika.

Die alte Schule wurde um 1900 als katholische Volksschule erbaut und galt damals als sehr fortschrittlich. Sie besaß eine Zentralheizung und auch spezielle Einrichtungen wie eine Küche, wo die Mädchen kochen lernen konnten. Im Winter erhielt hier auch die Schifferjudend ihre theoretische Berufsausbildung. Erst zu Beginn des Krieges 1939 nach der Schließung der einklassigen evangelischen Schule auf dem Amtsberg wurden die evangelischen Kinder in der Frauenburger Straße unterrichtet.

Anlaß für die Einladung an uns war die Fertigstellung einer Sport-Ballspiel-Halle. Diese Halle wurde mit Mitteln der EU gebaut und stellt eine ganz wichtige Bereicherung für den Sportunterricht dar. Die Halle ist direkt von der Schule aus zu erreichen. Erst der Abbruch der Scheunen in der Frauenburger Straße ermöglichte diesen fortschrittlichen Bau.
Der Direktor der Schule und die Deutsch-Lehrerin Malgorzata Lemanowicz begrüßten uns herzlich und zeigten uns die Räume der Schule sowie eine Ausstellung von Handarbeiten und Malereien der Schüler.

Uns fiel auf, daß noch viele bauliche Elemente an unsere Schulzeit erinnerten. Zwar ist die Einrichtung der Klassenräume erneuert und besonders die sanitären Anlagen und die Heizung sind deutlich verbessert, aber die Fußböden und Treppenhäuser sind wie früher. Der von uns früher so beliebte große Schulhof, auf dem für alle Kinder die Turn- und Spielübungen stattfanden, erscheint dem Betrachter heute viel kleiner als in der Erinnerung.

Seit einigen Jahren fehlt, nach dem Bau der Kanalisation, auf diesem Platz auch das allen Schülern bekannte Toilettenhaus. Dieses Haus, mit dem viele Erinnerungen verbunden sind, vermissen die alten Schüler sehr.

Fazit unserer Kurz-Visite in der Schule, in der wir auf das Leben vorbereitet wurden:
Wir trafen auf sehr freundliche engagierte Lehrer, die stolz auf ihre Schule sind und die sich auf die neue Sporthalle freuen. Natürlich hat auch die Neuzeit in dieses Gymnasium in Tolkmicko Einzug gehalten. Wer über das Internet Verbindung aufnhemen möchte, hier die Adrsesse:
gimtolrprzyborowskiborowski@poszta.onet.pl

Leo Lindner

Folgende Bilder entstanden während der Reise:

Die Reisegruppe

Hotel in Sensburg

< i n M a s u r e n >

< E l b i n g >

Elbinger Straße

St. Jakobus

Bahnhof

Hafenstraße

Hafenstraße Post

Im Kulturhaus

Frauenburg Dom

Dom Innenansicht

Kathedrale Oliva

Kathedrale Innenansicht

Danzig Krantor

Danzig Neptunbrunnen

Danzig Langgasse

Hafen

früher Sparkasse, jetzt Verwaltung

Es folgen Bilder vom Besuch des Gymnasiums in Tolkemit:

Schule Straßenseite

Schule Hofseite

Direktor u. Deutsch-Lehrerin

< N e u e S p o r t h a l l e >

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