TOLKEMIT

Die Kleine Stadt am Frischen Haff

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Tolkemiter Nachrichten
Ausgabe Februar 2012 - Nachlese 2011 -

Redaktion: Leo Lindner, Rotbergkamp 7 - 21079 Hamburg, T. 040/7637029
Tolkemit im Internet: Unsere Internet-Adresse lautet: www.tolkemit-online.de oder www.tolkemit.com
Hier sind unter "
Aktuelles" die neuesten Informationen über Tolkemit zu finden, die von Helmut Lingner, Vellmar, eingestellt werden.
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Zum ersten Mal erscheint diese Ausgabe für interessierte Tolkemiter, die auch weiterhin aufmerksam die Entwicklung in ihrer alten Heimatstadt verfolgen. Es ist eine Ergänzung zu der Jahresausgabe, da dort zu wenig Platz blieb, um die vielen Neuigkeiten aus Tolkemit im Detail zu erfassen.

Als Neuerung erschien in Tolkemit (Tolkmicko) für das Jahr 2011 die nebenstehend abgebildete Broschüre als Ausgabe der Gemeindeverwaltung mit Berichten und Fotos. Neben den Geschehnissen im vergangenen Jahr, wird auch auf die geschichtlichen Vorgänge der letzten Jahrhunderte und die Entwicklung in den nächsten Jahren eingegangen.
Für 2011 ist die Entwicklung durch Fotos dokumentiert. Sie zeigen neben den in der früheren Kiesgrube (Kaninski) neu geschaffene Spielfelder für Hand- und Basketball (Foto 8) deutliche Veränderungen am Hafen: Liegeflätze für Sportboote, Funktionsgebäude für Segler (Fotos 1 u. 2) , die Neugestaltung der Straßen und Wege, die begonnene Herrichtung des Ehrenmals und der generellen Erneuerung der Wege im

Erlenwäldchen mit dem Bau eines Kiosk am Badestrand (Foto 3) Auch Straßen in der Stadt und die Umgehungsstraße um den Hinterhaken wurden neu mit Asphalt belegt. Auch ein Zugang (Treppe) am Ende der Elbinger Straße zum Sportplatz und Schule wurden geschaffen.

Der wohl größte Eingriff in das bisherige Bild am Markt wurde durch den Abbruch des Lokals "Fregatte" (Häuser Jorzig/Diegner) geschaffen. Nun ist ein freier Blick bis zum Amtsberg entstanden. Auf dem Markt einschließlich des freien Platzes, wo die "Fregatte" stand, fand wie jedes Jahr, als größtes Ereignis des Jahres das Erntedankfest für alle Orte der Gemeinde Tolkmicko statt (siehe Fotos).

Eine Skizze, wie der Markt gestaltet werden soll, zeigt, daß an die Stelle, an der die Fregatte stand, nun ein neuers Rathaus gebaut werden soll. Wann, steht zwar noch nicht fest, aber es ist gut, wenn man dafür schon einen Plan hat (siehe Skizze 8).

Die verschiedenen Maßnahmen im gesamten Gemeindebereich waren nach Angaben nur durch Mittel aus verschiedenen nationalen und internationalen Hilfsprojekten möglich. Tolkmicko selbst ist wohl nicht in der Lage, dringende Investitionen allein durchzuführen, weil die nötigen finanziellen Mittel einfach fehlen.

Mit Respekt und Anerkennung verfolge ich seit Jahren die Tätigkeit von Lechoslaw Rutkowiak aus Elbing, einem früheren Leitenden Angestellten der Schichau-Nachfolgefirma, der in den Sommermonaten in Tolkemit in der Swietojanska (Herrenstr.) wohnt. Er hat sich mit historischen Fakten von Tolkemit/Tolkmicko beschäftigt und eine ganze Reihe von Beiträgen zu diesem Thema veröffentlicht. Seine besonders herausragende Arbeit besteht darin, daß er den heutigen Bewohnern und hier gezielt den Kindern die Geschichte von vielen Stadien in der Entwicklung näher bringt, so zum Beispiel auch die Tolkekmiter Sagen. Die illustrierte Fassung (Broschüre) der weit verbreiteten Sage vom "Tolkemiter Aal" ist einigen Tolkemitern über mich schon bekannt geworden. Er selbst bemüht sich um die Nachahmung eines künstlichen "großen Aales", der auch anläßlich der Schüleraufführung im Sommer 2011 in Tolkmicko einen Platz eingenommen hat. Wie bisher werde ich, soweit möglich, die Bemühungen von Herrn Rutkowiak unterstützen und wünsche ihm die dazu erforderlilche Kraft. Wer an diesem Thema mitwirken möchte, kann bei mir Näheres erfahren.

Für den als "Schwedenanker" bekannten und früher im Kalinowski-Park aufgestellten Anker wurde schon seit langer Zeit ein würdiger neuer Standort gesucht. Seit zwei Jahren findet man diesen Platz nun in Tolkmicko am Ende der Umgehungsstraße Einmündung Frauenburger Straße am Haff (siehe Foto), Dort finden wir einige Findlinge und eine Tafel, auf der dieser Anker, seine Herkunft, Finder und Fundort beschrieben wird. Das Objekt, eigentlich im Mittelpunkt stehend, fehlt allerdings. Seit vielen Jahren ruht der Anker in der alten Fischfabrik am Hafen. Der Besitzer des Gebäudes, auf dessen Grund der Anker stand, gibt ihn nicht heraus. Eigentlich unverständlich, daß die Gemeindeverwaltung nicht dazu in der Lages ist, die Herausgabe dieses hintorischen Ankers zu erzwingen!
Die Reisetätigkeit von Deutschland nach Tolkemit war auch im vergangenem Jahr nicht bedeutend. Die Zeiten, als vor 40 oder 30 Jahren stets mehrere Busse mit dem Ziel Tolkemit gestartet sind, ist vorbei. Der Grund dafür ist recht simpel. Die von damals sind schon verstorben oder sie sind alt und krank und trauen sich solche Reisen nicht mehr zu. Aber das Interesse an das Land, aus dem wir - die Eltern - stammen, wird langsam auch bei den Jungen geweckt. Sie reisen nicht mit Bussen in Gemeinschaften, sondern wie heute üblich individuell mit Flugzeug oder Auto. Immer wieder höre ich in Berichten nach den Reisen von begeisterten Eindrücken über Landschaft und Leute. Eins aber hier zur Mahnung: Die sogenannten alten Tolkemiter sollen möglichst viel von der alten Heimat erzählen und bei den Kindern und Enkeln Lust zu einer Fahrt nach Polen erzeugen. Vielleicht sogar mitfahren und alles zeigen und erleben und nicht schmollend zu Hause bleiben.

Eine kleine Gruppe Tolkemiter aus Nettetal zog es schon im Mai 2011 zu einer Busfahrt mit der Firma Busche nach Frauenburg (Hotel Kopernik). Mehrmals führte der Weg nach Tolkemit, um den Pfarrer und Freunde zu besuchen. Es war auch Gelegenheit, Fotos zu machen, auf die schon viele in Deutschland warteten und die ich auf einem separaten Blatt zeigen werde.

Die weiteren Fotos aus 2011 sind in der Hauptsache von sogenannten jungen Tolemitern erstellt, aber nicht mit der Absicht für die Allgemeinheit, sondern meistens im Auftrag von Verwandten und Bekannten. Von diesen und mir aus Tolkmicko zugegangenen Aufnahmen von der Heimatstadt habe ich einen schönen Querschnitt über Tolkemit/Tolkmicko und Umgebung, wie es die Natur im Jahresverlauf zeigt.

Gemeindegebiet Tolkemit

Tolkemiter Nachrichten Seite 2

Auch die St. Jakobus Gemeinde hat ein Informationsblatt herausgegeben. und eine Rückschau auf Ereignisse des letzen Jahres gehalten, wobei besonders die Restaurierung der Herz-Jusu-Kapelle und weitere wichtige Arbeiten auf dem Friedhof durch Fotos belegt wurden.
Der Pfarrer schreibt:

Sehr geehrter Herr Lindner,
ich bedanke mich sehr herzlich für die "Tolkemiter Nachrichten", die ich vor einigen Tagen bekommen habe und mit großem Interesse in polnischer Übersetzung gelesen habe.
Es nähert sich wieder die schönste Zeit im Jahr - Weihnachten, wenn fast jeder an die Kindheit mit Gedanken zurückkommt. Damals war alles für die Kinder so einfach - die haben geglaubt, das alles so bleilbt, wie es ist. Leider sind Zeiten des Krieges und nach dem Kriege gekommen, die vielen Menschen ihre Familien, Eigentum, Frieden und Zukunft gestohlen haben. Heute können wir nur beten, damit das nie wieder kommt.
Damit wir - die heutigen Tolkemiter Einwohner und Sie - die ehemaligen Tolkemiter Einwohner in Verständnis, Frieden und guten Verhältnissen leben möchten.
Die Tolkemiter St. Jacobus Kirche ist für uns und für Sie ein Schatz. In dem wunderschönen Inneren hört man bis heute die Gebete aller ehemaligen Tolkemiter Einwohner. Dazu kommen auch unsere Gebete.
Wir freuen uns immer sehr, wenn Sie, liebe Tolkemiter Einwohner mit Familien und Freunden Tolkmicko besuchen.
Ich danke nochmals für das Spendengeld, das ich bekommen habe für die Renovierungsarbeiten an der Herz-Jusu-Kapelle. Die Arbeiten werden hoffentlich schon im nächsten Jahr fertig.
Ich möchte in meinem Namen als auch im Namen unseres ältesten Priesters - Pater Waclaw, allen unseren lieben Freunden ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschen. Bleiben Sie in guter Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Freude!

Unterschrift Pfr Szczodrowski

Diesen Brief erhielt ich von Pfarrer Slawomir Szczodrowski und gebe gerne seine Grüße und Wünsche an die Tolkemiter und ihre Familien weiter. Besondere Dankesgrüße sind an die Spender für die Herz-Jesu-Kapelle enthalten, die im Mai 2011 von Helma Schmitz übergeben wurden.
Wie durch Fotos belegt, waren die Arbeiten an der Kapelle Ende Dezember fertiggestellt. Darüber hinaus wurden auch Wege und Wasserstellen erneuert, ein allgemeiner Gedenkstein und die aus deutscher Zeit stammenden Grabkreuze und Steine an besonderer Stelle aufgestellt. Der Friedhof und im Mittelpunkt die Kapellle machen einen würdigen Eindruck für die Toten der Stadt.

Es folgen Bilder zu den vorhergehenden Ausführungen:

Fortsetzung folgt in Kürze!

Die eingangs genannten Bilder/Skizze werden in der Fortsetzung nachgereicht!

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