TOLKEMIT

Die Kleine Stadt am Frischen Haff

Tolkemiter Nachrichten

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Tolkemiter Nachrichten
Ausgabe: 32 - Sommer 2004

Redaktion: Leo Lindner, Rotbergkamp 7 - 21079 Hamburg, T. 040/7637029
Tolkemit im Internet: Unsere Internet-Adresse lautet: www.tolkemit-online.de oder www.tolkemit.com
Hier sind unter "
Aktuelles" die neuesten Informationen über Tolkemit zu finden, die von Helmut Lingner, Vellmar, eingestellt werden.
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Kirchenbänke in St. Jakobus sind repariert!
Liebe Tolkemiter,
ich will Euch berichten, daß ein kleines Werk unserer Verbundenheit mit unserer Heimatstadt in diesen Tagen einen würdigen Abschluß gefunden hat.
Ein Heimatbesuch vor drei Jahren war der Anlaß, um zu Spenden für die teilweise kaputten Kirchenbänke aufzurufen. Diese Aktion habe ich in meinen Jahresbriefen wiederholt. Der Tolkemiter Pfarrer hat mir 2003 zu verstehen gegeben, über die eingegangenen Beträge erst verfügen zu wollen, wenn die Arbbeiten für die Erneuerung und Reparatur vergeben und ausgeführt werden. Im Juni waren die Voraussetzungen erfüllt und der Auftrag wurde an einen in Tolkemit ansässigen Tischler erteilt.
Die Übergabe des Geldes erfolgte am Abend des 20. Juni anläßlich eines Essens der Reisegruppe der TRUSO-Vereinigung in Kadinen im Hotel "Unter der silbernen Glocke". (frühere Schule), in einem recht feierlichen Rahmen, auf meine Bitte hin durch Herrn Hans-Jürgen Schuch, an Herrn Pfarrer Stanislaw Kutwinski und Herrn Jan Jablonka. Die Elbinger Nachrichten berichten in der August-Ausgabe unter Neues aus Elbing von der Übergabe.
Die Gesamtsumme von 5.000,-- Euro wurde von 33 Tolkemitern aufgebracht. Die Summe setzt sich aus vielen Kleinbeträgen, aber auch aus größeren Spenden zusammen, die anläßlich von Familienfeiern für diesen Zweck aufgebracht wurden. Allen Spendern gilt mein besonderer Dank. Mit diesem Geldbetrag wurde ein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung unserer Heimatkirche erbracht.

Spender für die Kirchenbänke "St. Jakobus" in Tolkemit:

Albrecht, Reinhold - Biller Elisabeth - Blös, Anni - Dörfinger, Christa
Funk, Hildegard - Gehrmann, Alfred - Golz, Herta - Guder Hildegard
Hafki, Peter - Hinz, Antonia - Hohendorf, Ingrid - Hullermann, Lieselotte
Kluge, Gertrud - Knoblauch, Leo - Kolb, Marianne - Lindner, Johannes
Lindner, Leo - Naumann, Gertrud - Neubert, Carola - Reinke, Paul
Ruland, Hildegard - Splieth, Gerhard - Schmidt, Christoph - Schmidt, Helene
Schidt, Ludovina - Schmitz, Helma - Schroers, Hedwig - Schubert, Maria
Bernert, Maria - Schumann, Hildegard - Weisbrich, Hildegard - Wolf, M:R.
Schmitz, Gertrud

Die feierliche Einweihnung der neuen und reparierten Bänke sollte schon am 25. 7.dem Namenstag von Jakobus d.Ä., dem Namensgeber der Kirche, erfolgen. Dieser Termin wurde aber auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, da die Arbeiten noch nicht abgeschlossen waren..
Alle Spender werden namentlich auf einer Tafel vermerkt, die an einer Bank angebracht wird und somit auf die Verbundenheit der alten Tolkemiter mit ihrer Heimatkirche hinweist.
Zusammen mit den schon früher geleisteten Unterstützungen für unsere Pfarrkirche haben wir mit dieser dringenden Maßnahme weitere Brücken zu den Menschen in unserer Heimatstadt geschlagen und ihnen unsere Verbundenheit bekundet. Das ist ein Beitrag zur Verständigung, von dem Außenstehende kaum etwas erfahren. Die Verständigung von Deutschen und Polen findet auf der unteren Ebene mit den Menschen vor Ort seit vielen Jahren statt! Deutschen unwissenden Politikern sei empfohlen, bei offiziellen Anlässen in Polen nicht auf die eigenen Landsleute (Vertriebene) einzudreschen, sondern sich in der Sache vorbildlich zu verhalten und die noch anstehenden Probleme in Deutschland zu lösen.

Dankbrief des Pfarrers:
PARAFIA RZYMSKOK ATOLICKA
P.w.Sw. Kabuba Apostola
ul. Kocielna 2 Telefon (55)316634
34-340 Tolkmicko, den 21.06.2004

Geehrter Herr Leo Lindner,
in eigenem Namen und unserer ganzen Pfarrgemeinschaft der St. Jakobuskirche in Tolkemit danke ich sehr für die Spende von 5000 Euro zum anteiligen Austausch und Erneuerung der Bänke in der Kirche.
Der Dank geht an die Spender, Menschen, die aus freiem Willen für diesen Zweck Geld gespendet haben, damit die Kosten gedeckt werden können.
Für die Herzspende vergelten wir mit Gebet.

Hochachtungsvoll
Pfarrer Stanislaw Kutwinski

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Leo Lindner, Rotbergkamp 7, 21079 Hamburg
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Weitere Nachrichten:

Städtepartnerschaft zwischen Seebad Ahlbeck (Usedom) und Tolkemit

Den Lesern der EN ist mein Artikel über dies Partnerschaft schon bekannt. Trotzdem will ich hier die wesentlichen Fakten wiederholen:

Ende Mai rief mich der Bürgermeister von Ahlbeck, Herr Klaus Kottwittenborg, an und bat um Zusendung des Buches "Tolkemit Geschichte und Geschichten". Eine mir bekannte Tolkemiterin hatte ihn auf das Buch aufmerksam gemacht, als er sich zum Abschluß der Partnerschaft Ende Mai 2004 in Tolkemit aufhielt.
Das Buch habe ich unmittelbar an ihn gechickt und ihm einen Besuch in Ahlbeck angekündigt. Während unseres Urlaubs haben meine Frau und ich den Bürgermeister besucht und mit ihm ein langes Gespräch über das Thema "Tolkemit" geführt.
Wir erfuhren, daß Herr Kottwittenborg aus Beckum/Westf. stammt und schon elf Jahre als Verwaltungsfachmann auf der Insel tätig ist. Ganz zufällig war er auf einer Polenreise in Tolkemit gelandet, hatte den Bürgermeister dort besucht, was schließlich zur Partnerschaft führte.
Die Delegation aus dem Seebad Ahlbeck war über dem direkten Weg über Swinemünde für mehrere Tage in Tolkemit und hatte als Gastgeschenk ein Feuerwehrfahrzeug im "Gepäck".
Der Vertrag allein macht natürlich keine große Partnerschaft! Als erster Schritt ist ein Jugendaustausch vorgesehen. Über weitere Maßnahmen wollen die Verantwortlichen in Kürze sprechen. Der Ahlbecker Bürgermeister hat schon weittragende Gedanken, wie man in Tolkemit etwas bewegen kann. So soll bei einem weiteren Treffen auch über die Möglichkeit einer Schiffahrt von Tolkemit in die russische Zone des Frischen Haffs (Butterfahrten) gesprochen werden. Wünschen wir den Verantwortlichen auf beiden Seiten eine gedeihliche Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen in der von Arbeitslosigkeit geplagten Stadt.

Diese Partnerschaft zwischen Ahlbeck und Tolkemit ist für die Tolkemiter nicht die erste Partnerschaft mit einer deutschen Stadt. Schon 1993 wurde im Zuge der Rückführung der Tolkemiter "Feuerglocke", die seither als Uhrschlagglocke an der Pfarrkirche
"St. Jakobus" dient, eine Partnerschaft mit Hann.-Münden, Ortsteil Mielenhausen, geschlossen. Diese Partnerschaft ist nach wenigen Jahren wegen allgemeiner Passivität auf dem Nullpunkt angekommen. Zu einer Partnerschaft gehört eben nicht nur guter Wille, sondern auch eine stete Pflege von beiden Seiten! Vielleicht liegt es auch an der sich ständig wechselnden Verantwortlichkeit in Tolkemit? Es würde der Stadt sicher gut tun, mit zwei deutschen Städten Partnerschaften zu unterhalten. Tolkemit könnte bei den vielen Problemen, die dort bestehen, einen guten Schub an Unterstützung vertragen, um aus dem "Dörnröschenschlaf" zu erwachen. Der Bürgermeister von Ahlbeck hätte nichts dagegen, wie er mir versicherte. Auf jeden Fall werde ich die weitere Entwicklung der Partnerschaften begleiten und berichen.

Ahnenforschung - Kirchenbücher und Standesamtsaufzeichnungen
Es ist seit einigen Jahren die Zeit angebrochen, sich über die Herkunft der Vorfahren Gedanken zu machen. Zwar wurden vor dem Zweiten Weltkrieg große Anstrengungen unternommen, um den sogenannten "Arischen Nachweis" zu erstellen und auch Familien-Stammbücher einzurichten. Schon damals war es nicht immer leicht, zu den erforderlichen Unterlagen zu gelangen, da es erst seit 1874 standesamtliche Eintragungen gibt. Viele dieser vorhandenen Unterlagen gingen durch Flucht und Vertreibung verloren.
Die an mich gerichteten Anfragen aus unserer Zeit vor 1945 sind immer schwieriger zu beantworten, da mit dem Tod unserer alten Tolkemiter auch das Wissen mit ins Grab genommen wird.
Trotzdem kann eine intensive Suche nach den Vorfahren sehr erfolgreich sein. Ein Beispiel dafür ist Ulrich Döring (Vater: "Der Berliner"), der die Ahnen der Familie Modersitzki (mütterlicherseits) erforschte und bis in das 17. Jahrhundert vorgedrungen ist. Viele Wege zu den Daten führen auch über das Wissen von Experten in diesen Fragen, oft auch über pure Zufälle.
In der Ausgabe 2004 der EN finden wir besonders für Tolkemit wichtige Angaben von
Günter Mauter, mit dem ich schon seit Jahren einen engen Kontakt habe und an den ich auch Nachfragende verweise. Günter Mauter berichtet:

Kirchenbücher: Tolkemit gehörte von 1466 - 1772 nicht zum Elbinger Gebiet sondern wurde von einem polnischen Starosten verwaltet. Grundsätzlich war die Tolkemiter Kirche "St Jakobus", wie auch der größte Teil der Bevölkerung immer katholisch. Die Kirchenbuchlage dieser Kirche ist gut. Nach dem 2. Weltkrieg sind sie in Kirchheim/Teck gelandet und sind dort von der Kirche "Jusu Christ, die Heiligen der letzten Tage" (Mormonen) verfilmt worden. Wahrscheinlich befinden sich die Kirchenbücher wieder in der Heimat, und zwar im Diözesan-Archiv in Elbing, d.h., sie wurden auf Beschluß der deutschen Bischöfe nach Polen verbracht
Bei den Mormonen können sechs Filme mit folgendem Inhalt bestellt und eingesehen werden:
1. Taufen 1698 - Film Nr. 0462788, 2. Taufen 1700-1845 - Film Nr. 0462769,
3. Taufen 1846-1887 - Film Nr. 0462770, 4. Heiraten 1800-1871 - Film Nr. 04662771,
5. Heiraten 1720-1796, Tote 1797-1825 - Film Nr. 0462772, 6. Tote 1826-1889.
Über den Verbleib der neueren Kirchenbücher ist mir nichts bekannt. Genealogisch ist das auch unerheblich, weil in der Marienburg (Staatsarchiv Elbing) die Standesamtbücher für die Zeit 1874-1903 einsehbar sind. 1904 -1944 befindet sich beim Standesamt in Tolkemit.
Wer weitere Auskünfte braucht, wende sich bitte an Günter Mauter, Weberstr. 13 -
25336 Elmshorn, Telefon 041121-62138, oder MAUTER@t-online.de

Rechtschreibung: In der letzten Zeit , im sogenannten "Sommerloch", ist u.a. der Streit über die seit einigen Jahren zur Anwendung gekommenen "Rechtschreibreform" oder "Neuen Rechtschreibung" ausgebrochen. Nach fünf Jahren ist man sich nicht einig, wie man in Zukunft schreiben will. Tolkemiter Bücher und die Nachrichten habe ich absichtlich in der "alten" Schreibweise verfaßt. Unser Leserkreis brauchte sich deshalb nicht umstellen. Also weiterhin guten Streit auf allen Ebenen, aber nicht zu Lasten der Kinder!

Gerechtigkeit für Vertriebene? Zwei Themen erregen die Öffentlichkeit: 1. Die Forderung nach Entschädigung und 2. Das gekannte Dauerthema "Ein Zentrum gegen Vertreibungen". Zum ersten Thema einige Berichte der Presse in der Anlage (wird nachgereicht), damit eine eigene Betrachtung und Meinung möglich ist. Zum zweiten Punkt gab es bereits viele und auch widersprüchliche Erklärungen! Beide Problebe stehen in Deutschland bei der Regierung zur Erledigung an und sollten 60 Jahre nach dem Kriegsende schnellstens Erledigung finden, um endlich Ruhe zu finden.

Broschüre über die Umgebung von Tolkemit von Lechoslaw Rutkowiak erschienen. In diesem kleinen Heft wird über die Vorgeschichte und Landschaft um Tolkemit am Haff berichtet. Es ist schon ein großer Verdienst eines interessierten Neu-Tolkemiters, seine polnischen Landsleute mit der Geschichte vertraut zu machen.

Reisende in Tolkemit: Da es in diesem Jahr keine organisierten Busreisen der Tolkemiter gibt, sind einige Tolkemiter wieder auf eigenen Wegen unterwegs. Oft geschieht das ohne Kenntnis der Ortslage und Verhältnisse. Besser wäre, vorher zu fragen.
Im nächsten Jahr wird ein Bus von Kempen aus vom 17. bis 29. Juni die Heimat mit Übernachtung in Frauenburg fahren. Organisation: Helma Schmitz, Rosental 27,
41334 Nettetal, Tel. 02153/4209.

Diesen Brief habe ich an verregneten Sommertagen begonnen. Dann habe ich ihn unterbrochen, da nun doch die heißersehnten Tage kamen. Da heute ein Regentag ist und die Olympischen Spiele vor der Tür stehen, will ich nun enden und einen schönen Restsommer und einen milden Herbst wünschen.
Bis zum nächsten Brief Anfang Dezember verbleibe ich mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen für eine gute Gesundheit

gez. Leo Lindner

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