Vertreibung - Fortsetzung 1

Frage:
Wie ging es weiter, wie wurdet Ihr auf die Vertreibung vorbereitet? Was durftet Ihr mitnehmen?
Antwort:
Wir spürten zunehmend, dass für die verbliebene deutsche Bevölkerung in der Stadt keine zukünftige Daseinsvorsorge geplant war. Immer mehr polnische Menschen nahmen Besitz in der Stadt, indem sie nach freiem Willen in Häuser oder ehemalige Geschäfte und Gewerbebetriebe einzogen, die sich alle in einem guten Zustand befanden, denn bis vor einigen Wochen pulsierte hier noch das gewohnte Leben.
Wir, die etwa 1000 Menschen, ein Viertel der Bevölkerung Tolkemits, die es nicht geschafft hatten, Tolkemit rechtzeitig zu verlassen, waren nun völlig entrechtet.
Die 700-jährige Geschichte Tolkemits - hier hatte es während dieser Zeit nur deutsche Bevölkerung gegeben, war schlagartig, quasi von heute auf morgen beendet, ausgelöscht. Die Stadt Tolkemit, in der meine Eltern, Großeltern und deren Vorfahren seit Jahrhunderten gelebt hatten. Meine Eltern hatten in den 30-ger Jahren ein Unternehmen aufgebaut, meine Mutter im Zentrum der Stadt ihr Elternhaus geerbt. Sollte dies nun alles verloren sein? Ein deutsches Tolkemit sollte es nicht mehr geben. So war es von den Siegermächten auf der Konferenz in Potzdam beschlossen worden.
Den rechtlosen Zustand bekamen wir auch unter polnischer Verwaltung zu spüren, indem wir als Menschen niederer Klasse behandelt wurden. Vor Begegnungen mit polnischen Menschen mußten wir uns fürchten.

Durch die Bekanntgabe der nun polnischen Stadtverwaltung wurde für den
19. November 1945, also 10 Monate nach dem Ende der deutschen Stadt Tolkemit, die Ausweisung eines ersten Teiles der deutschen Restbevölkerung angeordnet. Wir, meine Mutter, mein Bruder und ich sowie verwandte Familien, soweit sie nicht geflüchtet waren, gehörten zu diesem ersten Teil.
Wie war die Vorbereitung?
Dafür hatten wir mehrere Wochen Zeit. Da die Bahnverbindung zur Kreisstadt Elbing immer noch unterbrochen war, der Abtransport aber ab Elbing gehen sollte, mussten wir uns darauf einrichten, zunächst die Strecke von 24 km von Tolkemit nach Elbing zu Fuß zurückzulegen.
Es war allerdings nicht viel vorzubereiten, was die Mitnahme von Sachen anging. Wir waren längst aus unseren Häusern ausgewiesen und hatten nach wie vor nur die wenigen Kleidungsstücke, die wir beim Verlassen unseres Hauses mitnehmen konnten und Gebrauchsgegenstände, soweit sie lebensnotwendig waren. Selbst Erinnerungsgegenstände und Urkunden waren in der Hast beim Verlassen des Hauses oder in den nachfolgenden Wirren verlorengegangen. Einiges an Geld (Reichsmark) hatte meine Mutter retten können und bewahrte es vor einem Verlust.
Unsere Vorbereitungen für die Ausweisung lagen besonders darin, die wenigen Sachen auf dem Fußmarsch von 24 km nach Elbing nicht tragen zu müssen. Also bemühten wir uns, das waren die "Männer", mein Bruder und ich, etwas Fahrbares für den Transport der Sachen zu beschaffen. Es gelang uns, ein Untergestell eines Kinderwagens zu organisieren, auf dem wir dann die Rucksäcke transportieren konnten.
Der 19. November 1945 nahte, für uns und die anderen im Treck ein schicksalsvoller Tag. Es galt Abschied zu nehmen von der liebgewordenen Heimat, in der unsere Vorfahren die Stadt geprägt hatten, die vielen Erinnerungen, Erlebnisse und Ereignisse. Abschied auch von den Toten, die ihre letzte Ruhe auf dem Friedhof gefunden hatten, schließlich Abschied von Hab und Gut, das jeder für sich, manchmal mit viel Mühen geschaffen hatte. Würden wir Tolkemit jemals wieder sehen können? Welche Zukunft war für uns bestimmt? Eine "Reise" ins Ungewisse.
Der Weg und das Ziel, das zukünftige zu Hause wurde von anderen bestimmt. Was war mit meinen beiden älteren Brüdern in Danzig geschehen, wie erging es meinem Vater?

Mit diesen Gedanken "beladen" begann nun der Fußmarsch über die Strecke von
24 km nach Elbing. Auf etwa der halben Strecke wurde unser Treck von mehreren Männern gestoppt. Wie es sich bald herausstellte, war dies eine Bande, früherer polnische Zwangsarbeiter, die sich unter Androhung von Gewalt aus dem Gepäck oder auch der angezogenen Kleidungsstücke das für sie Passende heraussuchte und mitnahm.
Wir waren nun um einiges leichter und auch ärmer geworden.
Schließlich kamen wir gegen Abend in Elbing an, wo uns für eine Nacht eine Unterkunft zugewiesen wurde.
Frage:
Wie ging es nach der Ankunft in Elbing mit Euch weiter? Welche Transportmittel wurden zur Verfügung gestellt, wo ging Euer Transport hin? Wie war die Versorgung, auch medizinischer Art geregelt?

Antwort:
Vor der "Ausreise" mußten wir uns verschiedenen Modalitäten und Kontrollen unterwerfen. Ich mußte mich mit meinem Bruder gemeinsam dem polnischen Kontrolleur stellen, der uns durch seine Befragungen sehr stark unter psychischen Druck setzte. Als knapp 9 bzw. 11-jährige Kinder waren wir völlig auf uns allein gestellt und dem Kontrolleur ausgesetzt. Ein Beistand, etwa durch unsere Mutter, wurde uns nicht gewährt. Zunächst befahl uns der Kontrolleur, alle Pullover - meine Mutter hatte uns mehrere Pullover übereinander angezogen - auszuziehen.
Einen Pullover bekamen wir zurück, die anderen wurden vereinnahmt. Nun befragte uns der Kontrolleur unter Androhung von Gewalt, ob wir in unserer Unterwäsche Geld versteckt hätten. Meine Mutter hatte verschiedene Geldscheine unauffällig in unsere Unterwäsche eingenäht. Ich hielt dem Druck stand und verneinte die Frage. Mein Bruder, der von Angst erfasst wurde, nannte das "Versteck", worauf der Kontrolleur durch Auftrennen an der betreffenden Stelle das Geld herausnahm und einkassierte. Meiner Mutter erging es ähnlich, die sich einer Leibesvisitation durch eine Polin stellen mußte. "Erleichtert um einige Kleidungsstücke und Geldscheine wurden wir nun für den Transport in eine ungewisse Zukunft freigegeben.

Am nächsten Morgen wurde nun der auch für uns bestimmte Transport zusammengestellt. Ein Eisenbahnzug, der ausschließlich aus geschlossenen Waggons bestand, in denen üblicherweise nur Sachgegenstände und Vieh transportiert werden, wurde auf dem Bahnhof in Elbing bereitgestellt. Als Unterlage waren die Böden der Waggons mit Stroh bedeckt. Gemeinsam mit unseren Verwandten und anderen Vertriebenen verschiedenen Alters und Geschlechts wurde uns ein Waggon zugeteilt, der für uns für die nächsten Tage und Nächte für die Fahrt und die Stopps als Behausung dienen sollte. Ich schätze, dass wir mit etwa 50 Menschen in einem Waggon waren.
Endlich war es dann so weit, der Zug setzte sich in Bewegung.

Mit dem Zug waren wir dann 5 Tage unterwegs. Die Versorgung war sehr mangelhaft. Bei den Stopps, oft auf freier Strecke, wurden kleine Feuerstellen eingerichtet, auf denen dann das Wenige, was mitgenommen werden konnte erhitzt werden konnte. Eine medizinische Versorgung ist mir nicht in Erinnerung.
In den Waggons begann es übel zu riechen, denn einige hatten ihre Notdurft verrichtet, andere starben durch Krankheit oder Erschöpfung.
Das erste Zwischenziel war die Stadt Küstrin an der Oder in der Nähe von Frankfurt/Oder. Für die Strecke Elbing - Küstrin - 396 km - hatten wir also 5 Tage benötigt!
Wie wir später erfuhren, war Küstrin die neue Grenzstadt zwischen Deutschland und Polen. Auf deutscher Seite begann hier die Sowjetische Besatzungszone (SBZ).
In Küstrin wurden wir für etwa 14 Tage in einer ehemaligen Kasernenanlage in einem Zwischenlager aufgenommen. Am 19. November erlebte ich hier meinen
9. Geburtstag.

Frage:
Wie ging es nun weiter, konntet Ihr Eifluß auf ein bestimmtes Ziel nehmen?
Antwort:
Nach der Erledigung einiger Formalitäten, so auch einer Desinfektion von Menschen und Bekleidungsstücken, durften wir wieder einmal einen Zug besteigen, diesmal einen normalen Personenzug, denn nun waren wir schließlich im zusammengeschrumpften Deutschland angekommen. Trotz der allgemeinen Notlage verlief hier alles recht zivilisiert und freundlich, allerdings konnte uns niemand sagen, wo der Transport hingehen sollte, geschweige denn Einfluß auf einen bestimmten Zielort nehmen.
Wir waren wieder einige Tage unterwegs. Es ging aus unserer Sicht etwas planlos hin und her, als wenn man auf der Suche nach einem aufnahmefähigen Ort war.
Unsere Hoffnung, irgendwo im Westen Deutschlands zu landen, wurde leider nicht erfüllt.
Schließlich endete unser Zug mit einer größeren Anzahl Vertriebener in der Kleinstadt Tribsees in Mecklenburg, rd. 40 km von Greifswald entfernt.
Hier ging es zunächst auch wieder für einige Tage in ein Lager mit den gleichen Abläufen wie in Küstrin, jedoch zivilisierter.

Frage:
Wo seid Ihr dann gelandet, wie war die Unterbringung? Wie wurdet Ihr dort von den Menschen aufgenommen? Wie entwickelte sich Euer Leben, wie war die finanzielle Lage, wie war es mit dem Schulunterricht?
Antwort:
Als zukünftige Bleibe war für uns und die Verwandten, mit denen wir dasselbe Schicksal teilten und auch für andere Vertriebene ein kleines, 12 km entferntes Dorf mit rd. 400 Einwohnern bestimmt worden. An einem kalten Wintertag im Dezember 1945 wurden wir von Bauern mit offenen Pferdewagen abgeholt. Im Dorf angekommen, begann die Verteilung. Die meisten Ankömmlinge wurden in Bauernhäusern untergebracht. Wir, also meine Mutter, mein Bruder und ich und noch eine Familie blieben übrig und wurden vorübergehend in Räume der dortigen Volksschule eingewiesen, bis wir schließlich nach etwa 3 Wochen auch im Haus eines Bauern unterkamen. Das uns zugewiesene Zimmer hatte etwa 14 qm. Dies war bis Dezember 1949 unsere gesamte Wohnfläche! In dem kleinen Raum wurde gewohnt, auf einem kleinen Ofen Essen zubereitet und geschlafen.

Da meine Mutter keine Arbeit fand und eine solche auch nicht aufnehmen konnte, waren wir auf das Wohlwollen und die Unterstützung der örtlichen Behörde angewiesen. Im allgemeinen war festzustellen, dass wir von der dortigen Bevölkerung freundlich aufgenommen wurden und so weit es ging auch Unterstützung fanden. So bekamen wir langsam wieder Boden unter die Füße, wir waren bei der Stunde Null angekommen, schlechter konnte es nicht mehr werden.

Nach einer einjährigen Unterbrechung begann für meinen Bruder und mich wieder der Schulunterricht in der einklassigen Volksschule in "unserem" Dorf. Als Schulkinder wurden wir in die Gemeinschaft integriert und fanden auch Freunde, mit denen wir in der Dorfidylle einiges unternehmen konnten. Aus Überlebensgründen war die gelegentliche Mitarbeit bei den örtlichen Bauern praktisch eine Pflichtübung, die wir als selbstverständlich hinnahmen und für uns Kinder teilweise auch recht interessant war. Außerdem gab es bei der Feldarbeit immer gutes Essen, was damals viel bedeutete.

Aus materieller Sicht gehörten wir allerdings zu den Ärmsten, denn wir mußten mit dem Wenigen auskommen, was und geblieben war. Dies betraf vor allem die Bekleidung. Ich kann mich erinnern, dass die Kleidungsstücke so viele Flicken aufwiesen, dass man den ursprünglichen Zustand kaum noch erkennen konnte.
Ähnlich war es mit dem Schuhwerk. In der Sommerzeit wurde deshalb meist barfuß gelaufen.
Im Jahre 1946 erfuhren wir vom Suchdienst, dass meine beiden älteren Brüder in Niedersachsen in der Nähe von Hannover lebten. Der Kontakt mit ihnen war dann schnell hergestellt. Wir erhielten aber auch die traurige Nachricht vom Tod meines Vaters.

Frage:
Wie ging es in Eurem Leben weiter, wie hast Du Dich darauf eingestellt?
Antwort:
Wir hatten uns inzwischen damit abgefunden, jemals wieder in unsere Heimatstadt zurückkehren zu können. Die beiden älteren Brüder konnten uns zwar besuchen, hatten jedoch selbst Mühe, ihre eigene Existenz sicherzustellen. Wir, meine Mutter, mein Bruder und ich mußten daher unser Schicksal selbst in die Hand nehmen, um das bestmögliche daraus zu machen.

Rückblickend kann ich sagen, dass mich die Zeit seit Kriegsende und danach im "Überlebenskampf" im positiven Sinne geprägt hat. Ich würde diese Zeit auch als eine "Schule für das Leben" bezeichnen. Zwangsläufig mußte ich als Kind bereits viel Verantwortung übernehmen und wurde quasi zur Selbständigkeit erzogen. Da für uns jeglicher materielle Hintergrund abgeschnitten war, mußten wir uns alles hart und oft mühsam erarbeiten; Erfolge, wenn auch in kleinen Schritten, blieben nicht aus.
Inzwischen schrieben wir das Jahr 1949. Im November wurde ich 13 Jahre alt. Als frühere Kleinstädter erkannten wir, dass wir in dem kleinen Dorf in Mecklenburg keine Zukunft hatten, es sei denn wir wollten landwirtschaftliche Arbeiter oder Bauern werden, was für mich keinesfalls in Frage kam. So sah es dann auch meine Mutter, die ja Unternehmerfrau war und daher auch andere Ziele, vor allem für uns Kinder verfolgte.

Dies führte dazu, dass wir im Dezember 1949 nach entsprechenden Vorbereitungen ohne behördliche Genehmigung die Grenze zwischen der DDR und Niedersachsen überschritten (man nannte das "schwarz über die Grenze gehen), um in den Westen überzusiedelten, und zwar zu einem Bruder, in eine Stadt in Niedersachsen. Dort besuchte ich die Volksschule, die ich mit einem guten Abschluß verließ. Eine weitergehende Schulausbildung wir für uns damals nicht möglich. Ab diesem Zeitpunkt begann für unsere Familie wieder ein geregeltes Leben, es ging, wenn auch sehr mühsam, aufwärts.

Frage:
Wir haben nun Ihre sehr interessante Geschichte von der Vertreibung aus Ihrer Heimat und der sich anschließenden Entwicklung in der Folgezeit gehört. Nachdem Sie inzwischen das Rentenalter erreicht und auch genügend Abstand gewonnen haben, können Sie uns mit wenigen Worten sagen, wie Sie Ihr nicht sehr einfaches Schicksal rückblickend sehen?
Antwort:
Im Zeitraffer möchte ich die Frage wie folgt beantworten:

Negative Aussagen:
Die Zeche für den verlorenen Krieg hat besonders die deutsche Bevölkerung im Osten Deutschlands bezahlen müssen. Dazu gehörte auch meine Familie.
Wir haben nicht nur unsere Heimat verloren, sondern auch mit dem zurückgelassenen Küstenmoterschiff das Betriebsvermögen, unsere Existenzgrundlage. Außerdem ging das Grundeigentum verloren. Vor allem war es sehr schmerzlich, dass mein Vater bei der Verschleppung umgekommen ist. Bei einer rechtzeitigen Flucht hätte er sich dem Zugriff durch die Russen entziehen können und das Betriebsvermögen, das Schiff samt unserer Familie über die Ostsee in den rettenden Westen führen können, wie es anderen gelungen ist.

Positive Aussagen:
Trotz allen negativen Ereignissen, die wir alle gern gemieden hätten, haben wir nie den Kopf in den Sand gesteckt, sondern haben immer nach vorn gedacht.
Ich habe im Jahre 1959 eine Familie gegründet, aus der zwei Kinder und zwei Enkelkinder hervorgegangen sind. 1971 haben wir uns in Vellmar niedergelassen und ein Haus gebaut.
Beruflich habe ich über verschiedene Ausbildungswege erreicht, in den höheren Beamtendienst aufzusteigen und habe schließlich über viele Jahre an verantwortlicher Stelle als Verwaltungsdirektor in einem Krankenhaus in Kassel gearbeitet, so dass wir jetzt den Ruhestand in gesicherten Verhältnissen erleben dürfen. Vielleicht ein gewisser Ausgleich für die verlorene Kindheit und das zu ertragende Leid?

Frage:
Was ist aus Ihrer Heimatstadt in Ostpreußen geworden? Haben Sie dort noch Verwandte und Freunde?
Antwort:
Beginnend noch im Jahre 1945 wurden in meiner Heimatstadt Tolkemit insbesondere Familien aus Ostpolen angesiedelt. Diese Menschen hatten ein ähnliches Schicksal, wie wir es erleben mußten, denn Ostpolen wurde nach dem Willen Stalins von den Sowjets besetzt; die polnische Bevölkerung zwangsweise nach Ostpreußen umgesiedelt. Insofern teilen die jetzt in unserer Stadt lebenden Polen unser Schicksal.
Von der damaligen deutschen Bevölkerung lebt in Tolkemit niemand mehr. Die letzten Deutschen wurden im Jahre 1946 ausgewiesen. Aus dieser Tatsache heraus ergibt sich, dass wir dort auch keine Freunde mehr haben, soweit sich dies auf Deutsche bezieht. Allerdings haben sich im Laufe der Jahre, in denen ich des öfteren meine Heimatstadt besucht habe, Freundschaften und Kontakte entwickelt. Seit einigen Jahren unterstütze ich dort auch eine Sozialstation, in der Kinder aus sozial schwachen Familien betreut werden.
Leider konnte die jetzt in Tolkemit lebende Bevölkerung nicht an den guten Stand der wirtschaftlichen Stärke zu deutscher Zeit anschließen, so dass jetzt eine hohe Arbeitslosigkeit vorherrscht und es nur sehr langsam vorangeht.
An dieser Stelle möchte ich hinzufügen, dass ich gegen die nun polnische Bevölkerung in Tolkemit keinerlei Haß- oder Rachegefühle habe. Diese Menschen können nicht für das uns zugefügte Leid in eine Kollektivhaftung genommen werden.

Die ehemaligen Tolkemiter, noch etwa 1000, leben jetzt verstreut über ganz Deutschland. Regelmäßig werden von ihnen seit vielen Jahren Busreisen in die Heimatstadt und die schöne Umgebung nach Danzig, Ostpreußen und Masuren organisiert. Die Verbindung zur alten Heimat zu halten und die Spurensuche in der Vergangenheit ist für viele Tolkemiter ein tiefes Bedürfnis.

Für das sehr interessante und aufschlussreiche Interview danken wir Ihnen, Herr Lingner.






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